Die Vulkaninsel erfreut sich steigender Besucherzahlen. Der vergangene Sommer brachte Island einen Rekord an Gästen. Der Keflavik International Airport der Hauptstadt Reykjavik zählte in den verkehrsreichsten Monaten Juni, Juli und August neun Prozent mehr Passagiere als im selben Zeitraum 2011. Bis zum Ende des Jahres 2012 sollte ein Wachstum von 19,8 Prozent mit einer Gesamtzahl von 2,4 Millionen Passagieren erreicht sein. Davon kommen schätzungsweise rund 650.000 Passagiere als Touristen nach Island. Für die Monate Januar bis September 2012 lag ihre Zahl um 17,2 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Damit lag die Zahl der Touristen erstmals doppelt so hoch wie die Zahl der Einwohner – in Island leben 320.000 Menschen.
Wachsende Besucherzahlen
Hauptquellmarkt sind die USA, die im Jahr 2011 mit rund 78.000 Passagieren ein Wachstum von 51,6 Prozent brachten. Nach Großbritannien (67.600, plus 12,1 Prozent) folgt Deutschland an dritter Stelle: 56.800 Passagiere bedeuteten 2011 ein Wachstum von 4,5 Prozent. Zu den am stärksten wachsenden Quellmärkten gehörten im Jahr 2011 China (plus 69,1 Prozent auf 8.800 Passagiere) und Russland (plus 46,7 Prozent auf 2.600 Passagiere). In den Monaten Januar bis September 2012 blieb die Rangfolge unverändert: Nach den USA (plus 21,4 Prozent auf 79.100 Passagiere) folgen Großbritannien (plus 35,8 auf 67.900) und an dritter Stelle Deutschland mit einem Plus von 12,6 Prozent, was 59.200 Passagieren entspricht.

Der Tourismus hat sich damit in Island zur drittstärksten Einnahmequelle nach Fischfang und Schwerindustrie entwickelt und zu einer der treibenden Kräfte bei der Wiederherstellung der isländischen Wirtschaft nach dem Bankenzusammenbruch des Jahres 2008. 2011 gaben internationale Besucher rund 133 Milliarden isländische Kronen (818,5 Millionen Euro) in Island aus – ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zu 2010.
„Wir registrieren unverändert Rekord-Passagierzahlen im Sektor Tourismus – die unberührte Natur, die raue Landschaft und die einzigartige Kultur des Landes ziehen auch immer mehr Besucher aus Deutschland an“, sagte Inga Hlín Pálsdóttir, Direktorin von Marketing & Visit Iceland. „Das hat dazu geführt, dass Island sich von einem Sommerziel zu einer Ganzjahresdestination entwickelt hat.“
Isländische Wellness-Geheimnisse
Apropos Kultur: Schwimmen und Baden in den heißen Quellen ist traditionell fester Bestandteil der isländischen Kultur: Schon im 12. Jahrhundert ließ der Dichter und Historiker Snorri Sturluson ein eigenes Becken bauen, um sich im heißen Wasser „einzuweichen“. Noch heute treffen sich die Isländer zum Diskutieren und Quatschen in den „heitir pottar“ (wörtlich „heißen Töpfen“) – diese Whirlpools sind daher fast vergleichbar mit deutschen Stammtischen. Die Vulkaninsel verfügt dementsprechend wohl über das höchste Mensch-zu-Schwimmbad-Verhältnis der Welt. Alleine in Reykjavik finden sich 18 Bäder.
Die „Blaue Lagune“ mit ihrem mineralhaltigen, tiefblauen Wasser ist mittlerweile so etwas wie das Wahrzeichen Islands. Aber auch andere moderne Wellness-Einrichtungen rund um die Thermalquellen des Landes versprechen Erholung. Darüber hinaus bieten zahlreiche versteckte Bäder ein besonderes Wellnessvergnügen in der einzigartigen Natur Islands. Und auch die isländische Kosmetik setzt auf Natur und verwendet einheimische Kräuter und die Geothermal-Energie zur Herstellung von Pflegeprodukten.
Warme Wasserfall-Dusche im Laugavalladalur
Im Osten Islands lockt ein besonderes Naturerlebnis: Unter einem Wasserfall im Tal Laugavalladalur können Wanderer bei einer natürlichen „Dusche“ mit warmem Wasser Schweiß und Staub loswerden. Ein geothermaler Fluss ergießt sich hier ins Tal und lässt nicht nur den Wasserfall entstehen, sondern auch mehrere natürliche Becken zum Baden – aber Achtung, das Wasser erreicht manchmal Temperaturen weit über dem Erträglichen!
Sprung ins kalte Meer in Borgarfjörður
Das Gästehaus Blábjörg im ostisländischen Borgarfjörður bietet seinen Gästen einen eigenen kleinen Spa-Bereich mit Whirlpool und Sauna – mutige Besucher können außerdem von hier direkt in den eiskalten Atlantik springen, um sich nach dem Sauna-Besuch abzukühlen. Das fördert die Durchblutung und sorgt für rosige Haut!
Heiße Quellen im Hostel
Wie eine Jugendherberge mit Spa: Im Laugarfell Highland Hostel im Osten des isländischen Hochlands finden Gäste neben 38 Schlafplätzen in 2er-, 4er- oder 8er-Zimmern auch zwei natürliche heiße Quellen. Von diesen offenbart sich ein Blick auf die Umgebung bis hin zum Berg Snæfell. Dem Wasser der Quellen werden Heilkräfte nachgesagt.

Dampfende Erde in Hveravellir
Mitten im west-isländischen Hochland liegt das Thermalgebiet Hveravellir mit seinen zahlreichen Austrittslöchern, aus denen heißer Dampf aus dem Erdboden pfeift. Die Erdwärme des Gebiets kommt auch der natürlichen heißen Quelle des Ortes zugute. Das Besondere: Das Becken wird gleichzeitig von warmem und kaltem Wasser gespeist. Während des Bades genießen Besucher den Ausblick auf das Kjalhraun-Lavafeld und den Gletscher Langjökull.
Laugarvatn Fontana
Direkt auf dem Weg vom Großen Geysir zum berühmten Wasserfall Gullfoss und nur eine Autostunde von Reykjavik entfernt liegt das moderne Spa „Fontana“. Die Anlage besteht aus einer Reihe von miteinander verbundenen Bädern und Dampfräumen und erstreckt sich bis an den See Laugarvatn und dessen warmen Strand. Vom Whirlpool aus bietet sich ein reizvoller Panoramablick auf den See. Die Dampfbäder liegen direkt über einer natürlichen heißen Quelle, die bereits seit 1929 genutzt wird – durch Gitter im Boden können die Gäste sie sprudeln hören und sogar riechen.
Mývatn Nature Baths
Im Herzen Nord-Islands, rund 105 Kilometer vom Polarkreis entfernt, liegt der See Mývatn innerhalb eines einzigartigen Ökosystems. Seit Sommer 2004 zählen die Mývatn Nature Baths zu den Highlights der Region. Der moderne Komplex knüpft an die isländische Badetradition an, bezieht das Geothermalwasser für Swimmingpool und Dampfbäder aber mit moderner Technik aus bis zu 2.500 Metern Tiefe im Erdboden. Das so gewonnene warme Badewasser mit seinen Mineralstoffen und geothermalen Mikro-Organismen beruhigt und entspannt Haut und Seele gleichermaßen.
Lýsuhóll Swimming Pool
Auf der Halbinsel Snæfellnes im Westen Islands finden sich diverse heiße Quellen und Bäder. Eines der schönsten Schwimmbäder ist Lýsuhóll mit seinem natürlichen Thermalwasser, das reich ist an Mineralien und ohne chemische Zusätze auskommt. Zum Angebot des nur von Juni bis August geöffneten Bads gehören ein Whirlpool und eine Dampfsauna.
Isländische Kosmetik
Sif Cosmetics: Bio-Hautcreme auf Gerstenbasis
Schönheit aus Gerste – diesem Geheimnis sind die isländischen Unternehmen Sif Cosmetics und Orf Genetics seit mehr als zehn Jahren auf der Spur. Ihr „Bioeffect EGF Serum“ basiert auf EGF-Proteinen, die denen der Menschen gleichen, aber aus den Körnern der Gerste hergestellt werden. Sie sollen die Erneuerung von Hautzellen anregen, die Haut mit Feuchtigkeit versorgen, die Zeichen der Hautalterung verringern und so für Wohlbefinden und Schönheit sorgen. Sif Cosmetics und Orf Genetics fühlen sich der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit verpflichtet und verwenden nachhaltige geothermische Energie für ihre Gersten-Gewächshäuser.
Urtasmidjan: Uralte Hautpflege-Tradition aus isländischen Kräutern
Das nordisländische Familienunternehmen Urtasmidjan hat sich auf biologische Hautpflege-Produkte spezialisiert. Auf der Grundlage uralter Traditionen wie auch modernster Forschung stellt die Firma unter der Marke „Sola“ Cremes, Salben und Öle für eine gesündere Haut her, die sich gezielt die pflegenden Eigenschaften der isländischen Kräuter zunutze machen. Die von Hand gesammelten Kräuter werden mit reinen Naturprodukten verarbeitet, darunter Pflanzenölen und Bienenwachs, zur Konservierung dient natürliches Vitamin E. Alle Produkte von Urtasmidjan – von der Hautcreme über Massageöle bis zur Babypflege – kommen ohne künstliche Farbstoffe oder Parfüme aus. An der Spitze des Unternehmens steht seit 20 Jahren die Gründerin und Inhaberin Gigja Kj Kvam. IP
Titelfoto / Direkt auf dem Weg vom Großen Geysir zum berühmten Wasserfall Gullfoss und nur eine Autostunde von Reykjavik entfernt liegt das moderne Spa „Fontana“. / Foto: Laugarvatn Fontana
Wichtige Links für deinen Besuch in Island
Die Reisehinweise des Auswärtigen Amts zu Island.
Tourismus-Webseite Visit Iceland (auch in deutscher Sprache)
Weitere Reiseanregungen für Island
In Island gibt es viele Webcams und natürlich welche in Vulkannähe. Hier kannst Du live den Vulkan beobachten
Island im Überblick – Fast Facts über die faszinierende Insel aus Eis und Feuer
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