Ägypten will die Einreise internationaler Besucher beschleunigen und stärker digitalisieren. Am 1. August 2026 startet am Internationalen Flughafen Kairo eine Pilotphase für ein neues digitales Visa-on-Arrival-System. Statt des bislang üblichen Visumaufklebers sollen Reisende künftig einen QR-Code erhalten, der bei der Einreisekontrolle gemeinsam mit dem Reisedokument vorgezeigt wird. Bei Visa on Arrival handelt es sich ausschließlich um Tourismusvisa.
Das Pilotprojekt gilt zunächst für alle Ankunftsterminals des Flughafens Kairo. Zu einem späteren Zeitpunkt soll das digitale Verfahren schrittweise auf weitere ägyptische Flughäfen ausgeweitet werden. Konkrete Termine für Hurghada, Marsa Alam, Sharm El-Sheikh, Luxor oder andere Einreiseflughäfen wurden bislang jedoch nicht genannt.
Offizielles Portal bereits erreichbar
Für das neue digitale Visa on Arrival wurde eine eigene Internetseite eingerichtet. Das Portal ist derzeit unter folgender Adresse erreichbar https://visaonarrival.gov.eg/home/landing. Auch der Aufruf der kürzeren Adresse https://visaonarrival.gov.eg führt zu der offiziellen Plattform. Die Endung „gov.eg“ weist darauf hin, dass es sich um eine Internetseite der ägyptischen Regierung handelt.
Zum Zeitpunkt unserer Prüfung am 26. Juli 2026 war die Seite bereits erreichbar und lässt sich auch aufrufen. Laut Ankündigung des ägyptischen Fremdenverkehrsamtes soll die eigentliche Antragstellung erst 48 Stunden vor dem Beginn der Pilotphase vollständig in Betrieb gehen.
Reisende sollten ausschließlich die offizielle Regierungsseite verwenden. Im Internet finden sich zahlreiche kommerzielle Visadienste, die teilweise deutlich höhere Bearbeitungsgebühren verlangen. Solche Vermittler sind nicht zwingend erforderlich, wenn der Antrag direkt über das ägyptische Regierungsportal gestellt werden kann.

So funktioniert das digitale Visa on Arrival
Nach Angaben des ägyptischen Ministeriums für Tourismus und Altertümer soll der Visa-QR-Code auf drei Wegen erhältlich sein: über das offizielle Onlineportal, über eine noch anzukündigende offizielle Smartphone-App oder an Selbstbedienungsautomaten in den Ankunftshallen des Flughafens Kairo.
Der QR-Code kann laut Pressemitteilung bereits vor dem Abflug, während der Reise (Internetzugriff im Flugzeug erforderlich) oder nach der Landung erstellt werden. Auch Reiseveranstalter und Reisebüros sollen den Vorgang im Auftrag ihrer Kunden übernehmen können.
Bei der Passkontrolle wird der QR-Code gemeinsam mit dem Reisepass oder einem anderen akzeptierten Reisedokument gescannt. Er kann auf dem Smartphone gespeichert, per E-Mail aufgerufen oder ausgedruckt vorgelegt werden.

Wichtig ist die vergleichsweise kurze Gültigkeit: Jeder QR-Code bleibt ab seiner Ausstellung lediglich 48 Stunden gültig. Urlauber sollten ihn deshalb nicht mehrere Tage vor dem Abflug erzeugen. Bei Flugänderungen oder größeren Verspätungen könnte der Code sonst bereits vor der Einreise ablaufen.
Für das neue Verfahren wird eine Gesamtgebühr von 36 US-Dollar (ca. 31,64€, Stand: 26.7.26) genannt. Sie setzt sich aus der eigentlichen Visumgebühr von 30 US-Dollar und einer zusätzlichen Ausstellungsgebühr von sechs US-Dollar zusammen.
Papieraufkleber bleibt zunächst erhältlich
Während der Pilotphase soll das digitale System parallel zum bisherigen Visa on Arrival mit Papieraufkleber betrieben werden. Reisende, bei denen die digitale Beantragung nicht funktioniert oder die ohne QR-Code in Kairo ankommen, sollen zunächst weiterhin das herkömmliche Visum erwerben können.
Erst nach einem erfolgreichen Abschluss der Testphase soll der Aufkleber abgeschafft und vollständig durch das digitale Verfahren ersetzt werden. Wann dies geschieht, steht noch nicht fest. Auch für die Einführung an weiteren Flughäfen gibt es noch keinen verbindlichen Zeitplan.
Ob der QR-Code die Wartezeiten an der Grenze tatsächlich deutlich verkürzt, muss sich im praktischen Betrieb zeigen. Zwar entfällt der Kauf und das Einkleben des bisherigen Visumaufklebers, die Kontrolle des Reisepasses und der Einreiseberechtigung bleibt jedoch bestehen.

Nicht mit dem ägyptischen eVisa verwechseln
Das neue digitale Visa on Arrival ist nicht mit dem bereits vorhandenen ägyptischen E-Visum identisch. Für beide Verfahren existieren unterschiedliche Internetportale. Das bereits länger angebotene E-Visum ist unter dieser Adresse zu finden: https://visa2egypt.gov.eg
Beim E-Visum wird die Einreisegenehmigung bereits vor Reisebeginn beantragt und bearbeitet. Das offizielle Portal empfiehlt, den Antrag mindestens sieben Tage vor der geplanten Abreise einzureichen. Beim neuen Visa-on-Arrival-System wird dagegen das bisher bei der Ankunft ausgegebene Visum digitalisiert.
Reisende sollten daher genau prüfen, welches Verfahren sie nutzen. Ein Antrag auf dem bisherigen E-Visum-Portal führt nicht automatisch zu dem neuen, nur 48 Stunden gültigen Visa-on-Arrival-QR-Code.

Zunächst nur für Ankünfte in Kairo
Der Starttermin am 1. August 2026 gilt ausschließlich für den Internationalen Flughafen Kairo. Der IATA-Flughafencode für den Flughafen Kairo-International lautet CAI, der zugehörige ICAO-Code lautet HECA.
Reisende, die direkt nach Hurghada, Marsa Alam, Sharm El-Sheikh oder Luxor fliegen, sollten den QR-Code deshalb vorerst nicht als überall gültige neue Standardlösung betrachten.
Bis die Ausweitung offiziell bestätigt ist, gelten an anderen Flughäfen weiterhin die dort angebotenen bisherigen Einreiseverfahren. Reisende sollten sich vor dem Abflug beim Reiseveranstalter, bei der Fluggesellschaft oder bei einer ägyptischen Auslandsvertretung informieren.
Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Ägypten grundsätzlich ein Visum. Dieses kann unter anderem vor der Reise oder bei der Ankunft beantragt werden. Reisedokumente müssen zum Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Das Auswärtige Amt empfiehlt die Einreise mit einem Reisepass, auch wenn unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin die Einreise mit einem Personalausweis möglich ist.
Da sich Einreisevorschriften und technische Verfahren kurzfristig ändern können, sollte die Funktionsfähigkeit des neuen Portals unmittelbar vor der Reise erneut kontrolliert werden.

Von den Pyramiden bis zum Roten Meer
Mit der Modernisierung der Einreise möchte Ägypten den Zugang zu einem der bedeutendsten Kultur- und Urlaubsländer der Welt erleichtern. Viele Rundreisen beginnen in Kairo und bei den unmittelbar westlich der Metropole gelegenen Pyramiden von Gizeh.
Die Cheops-Pyramide ist das einzige noch erhaltene der sieben Weltwunder der Antike. Gemeinsam mit den Pyramiden von Chephren und Mykerinos, der Großen Sphinx sowie weiteren Pyramidenfeldern gehört das Gebiet zur UNESCO-Welterbestätte „Memphis und seine Nekropole – die Pyramidenfelder von Gizeh bis Dahschur“.
Auch die ägyptische Hauptstadt selbst lohnt einen längeren Aufenthalt. Im historischen Kairo prägen Moscheen, Koranschulen, Mausoleen, alte Wohnhäuser, Märkte und enge Gassen das Stadtbild. Zu den bekanntesten Anlaufpunkten gehört der Basar Khan el-Khalili. Daneben besitzt Kairo mehrere bedeutende Museen mit Kunstschätzen aus der pharaonischen, koptischen und islamischen Geschichte.

Weiter südlich gilt Luxor als eine der größten archäologischen Schatzkammern der Welt. Auf der östlichen Nilseite befinden sich der Luxor-Tempel und die weitläufige Tempelanlage von Karnak. Am westlichen Ufer liegen das Tal der Könige, das Tal der Königinnen und der Totentempel der Pharaonin Hatschepsut. Das antike Theben mit seinen Tempeln und Nekropolen gehört seit 1979 zum UNESCO-Welterbe.
Eine klassische Nilreise verbindet Luxor mit Edfu, Kom Ombo und Assuan. Zu den wichtigsten Zielen rund um Assuan gehören der Philae-Tempel, der Assuan-Staudamm und die nubischen Dörfer am Nil. Noch weiter südlich stehen am Nassersee die monumentalen Felsentempel von Abu Simbel. Sie wurden in den 1960er-Jahren versetzt, um sie vor den steigenden Wassermassen des Nassersees zu retten.

Eine andere Seite Ägyptens zeigen die Ferienorte am Roten Meer. Hurghada, El Gouna, Marsa Alam, Sharm El-Sheikh und Dahab sind vor allem für Strände, Tauchgebiete und Korallenriffe bekannt. Kultur- und Badeurlaub lassen sich daher vergleichsweise einfach miteinander verbinden. Die offizielle ägyptische Tourismusseite stellt neben den klassischen Altertümern auch den Nil, das Rote Meer, die Mittelmeerküste sowie Wüsten- und Oasenregionen als Reiseziele vor.
Titelfoto / Die Große Sphinx von Gizeh ist mehr als viereinhalb Tausend Jahre alt und hat dennoch nichts von ihrer Faszination eingebüßt/ Foto: Christiane Jonas












