Es gibt Menschen, die fliegen auf die Philippinen, um am Strand zu liegen. Ich fliege hin, um freiwillig 550 Kilometer in tropischer Hitze Fahrrad zu fahren. Mit Helm. Und engen Hosen. Eine Entscheidung, die sich in der Theorie nach Abenteuer anhört – und in der Praxis erst einmal nach sehr viel Schweiß.
Schon auf der Fähre wird klar: Das hier ist kein gewöhnlicher Radurlaub. „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes …“ knackt es aus den Lautsprechern, bevor wir ablegen. Auf den Philippinen schickt man ein Gebet gen Himmel, ehe man sich aufs Meer wagt – ein Relikt der über 300-jährigen spanischen Kolonialzeit. Ich schicke ebenfalls eines hinterher – sicher ist sicher. Schließlich will ich fünf Inseln überqueren, Berge erklimmen und dabei möglichst nicht aussehen wie ein überforderter Mitteleuropäer auf Klassenfahrt.

ANZEIGE
Die richtige eSIM für deinen Urlaub

Wenn du außerhalb der EU verreist und in Verbindung bleiben willst, dann brauchst du sie – die eSIM von Holafly, denn damit vermeidest du teure Roaming-Gebühren.
Holafly Plans bieten eine neue Art, weltweit verbunden zu bleiben, mit einer einzigen eSIM, die nahtlos in über 160 Destinationen funktioniert. Holafly Plans ist ein monatliches oder jährliches Abonnement für digitale Nomaden, Studierende und Vielreisende. Diese flexiblen Pläne reichen von leichtem Backup-Datenvolumen bis hin zu unbegrenzter Konnektivität – kein Roaming, keine Verträge und volle Sicherheit, egal wohin du reist.
Wichtig zu wissen: die Always-On-Funktion innerhalb der Holafly Plans ist dein digitaler Rettungsanker.
Auf den Camotes, den „Süßkartoffel-Inseln“, klicken die Pedale ein. Radfahren auf den Philippinen? Noch immer eine Seltenheit. Dabei ist das Terrain wie gemacht dafür: Trockenzeit mitten im europäischen Winter, 28 Grad, passable Straßen, moderate Anstiege – und dazu Ananas, Mango, Papaya so süß, als hätten sie mit der Sonne paktiert. Und fast immer rauscht ganz in der Nähe der Pazifik.

„Hello!“, „¿Cómo estás?“, „What’s up, bro?“ – mehrsprachig werde ich empfangen, sobald ich durch ein Dorf rolle. Kinder sprinten neben mir her, Jugendliche winken mir zu. Das Leben spielt sich hier auf der Straße ab: Mopeds knattern, knallbunte „Jeepneys“ dienen als rollende Sammeltaxis, jeder dreht seinen Laden zur Fahrbahn, verkauft, was sich verkaufen lässt. Hunde zucken kurz zusammen, bleiben dann aber gelassen. Keine Spur von Aggressivität.

Erst auf der deutlich größeren Insel Bohol wird es voller. Schuld sind die über 1.000 kegelförmigen Chocolate Hills, grasbewachsene Hügel, die sich im Sommer schokoladenbraun färben. Touristen strömen herbei – ebenso wie zu den nur faustgroßen Koboldmakis mit ihren überdimensionierten Augen. Mich treibt anderes an: Kilometer machen. Also rufe ich „Ghee!“ – auf geht’s! Reisfelder flimmern im Licht, Kokospalmen ragen in den Himmel, Mangroven säumen die Küste. Achtzig Kilometer am Tag – und ich merke es kaum. Zu viel Staunen, zu viel Grün, zu viel Meer.
ANZEIGE
Verschenke kein Geld! Buche hier preiswerte Flüge, Hotels und Mietwagen!

7.641 Inseln zählt der Archipel, nicht einmal 900 sind bewohnt. Die Bevölkerung ist jung, das Wachstum rasant. Scheidungen sind gesetzlich verboten – ein weltweites Unikum. Allein im Großraum Manila drängen sich 25 Millionen Menschen.

Von diesem Druck ist auf der Insel Siquijor wenig zu spüren. Die „mystische Insel“ wirkt wie aus der Zeit gefallen. Man spricht von Hexen und Geistern. Ein Heiler bläst in ein Glas Wasser, schwenkt es um mich herum, kippt es aus – meine „negative Energie“ sei nun fort. Ich bleibe skeptisch. Doch als ich die Insel umrunde, 75 Kilometer immer am Pazifik entlang, beginne ich zu zweifeln: Weißer Sand, Palmen, türkisfarbene Brandung – das hat etwas flimmernd Überirdisches. Kein Wunder, dass hier von „Diwatas“ und „Encantos“ erzählt wird, von Baum- und Meeresgeistern, denen Fischer noch heute Opfergaben darbringen. In einem Land auf dem Pazifischen Feuerring, erschüttert von Vulkanen, Erdbeben und Taifunen, scheint alles beseelt.

Dann die langgezogene Insel Cebu. Die Idylle bekommt Risse. Der Verkehr schwillt an, bis er in Cebu City apokalyptisch wird. Es gibt landesweit kaum Bahnverkehr, gefahren wird nach eigenen, schwer durchschaubaren Regeln. Und doch: Steigt man vom Rad, begegnet man Menschen mit Höflichkeit und Zurückhaltung. Hinter vielen Lächeln verbergen sich indessen harte Arbeitsrealitäten, mehrere Jobs, oder ein Leben als „Overseas Filipino Worker“ fern der Heimat.
ANZEIGE
Top-Touren für dich

In Cebu City angekommen, liegen 550 Kilometer und 6.000 Höhenmeter hinter mir. Jede Insel hatte ihr eigenes Gesicht. Und nicht die überlaufenen Hotspots bleiben mir im Gedächtnis, sondern die Straßen, über die sich Palmen beugen. Das Gurgeln des nahen Ozeans. Die Rufe, das Winken, das Lächeln der Menschen.

Mit jedem Tritt in die Pedale ist mir dieses tropische, saftige, überschäumende Leben ein Stück nähergerückt. Und irgendwann habe ich unterwegs gemerkt: Ich fahre hier nicht nur durch eine Landschaft. Ich bin mittendrin!
Thomas Bauer

ANZEIGE
Abenteuer EUROPA, Abenteuer ASIEN und Abenteuer AMERIKA von Thomas Bauer sind vor wenigen Tagen im MANA-Verlag, Berlin, erschienen. Sie fassen das Beste aus seinen 30 Jahren Abenteuerreisen zusammen.

Titelbild / Abendstimmung in Siquijor / Foto: Thomas Bauer

Info-Box
Anreise: z.B. mit Cathay Pacific von Frankfurt über Hong Kong nach Cebu
Beste Reisezeit: Januar bis April (Trockenzeit)
Organisation: In Deutschland z.B. Hauser (www.hauser-exkursionen.de), in Cebu City seit über 20 Jahren »Bugoy Bikers« (www.bugoybikers.com), mit hochwertigen Mountain Bikes und englischsprachigem Guide. Zweiwöchige Radtour mit Inselhopping (Inseln Cebu, Camotes, Bohol, Siquijor und Negros) für ca. 4.000 Euro (inkl. Flug). Schwierigkeit: moderat.
Womit man rechnen muss: Insbesondere in den Städten herrscht dichter Verkehr. Man sieht Schmutz und Armut (Wellblechhütten, verwahrloste Hunde).
Warum das Ganze: Zu den Vorteilen der Philippinen zählt, dass man mit Englisch sehr weit kommt; die Einwohner sind angenehm unaufdringlich. Das Straßennetz ist sehr gut ausgebaut. Die Bandbreite der Restaurants und Hotels reicht von einfach bis gehoben. Die Philippinen sind ein äußerst günstiges Reiseland – oftmals mit im Vergleich zu Deutschland um 90 Prozent reduzierten Preisen.
Weitere Informationen: Abenteurer Thomas Bauer hat 15 Bücher über seinen Touren veröffentlicht. Im März 2026 ist „Abenteuer Asien“ im MANA-Verlag erschienen.









