Sonnenuntergang über dem Meer auf Siquijor mit Palmen, Boot und tropischer Küstenlandschaft.

550 Kilometer per Mountain Bike auf den Philippinen – zwischen Weihrauch und Wellen

Es gibt Menschen, die fliegen auf die Philippinen, um am Strand zu liegen. Ich fliege hin, um freiwillig 550 Kilometer in tropischer Hitze Fahrrad zu fahren. Mit Helm. Und engen Hosen. Eine Entscheidung, die sich in der Theorie nach Abenteuer anhört – und in der Praxis erst einmal nach sehr viel Schweiß.

Schon auf der Fähre wird klar: Das hier ist kein gewöhnlicher Radurlaub. „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes …“ knackt es aus den Lautsprechern, bevor wir ablegen. Auf den Philippinen schickt man ein Gebet gen Himmel, ehe man sich aufs Meer wagt – ein Relikt der über 300-jährigen spanischen Kolonialzeit. Ich schicke ebenfalls eines hinterher – sicher ist sicher. Schließlich will ich fünf Inseln überqueren, Berge erklimmen und dabei möglichst nicht aussehen wie ein überforderter Mitteleuropäer auf Klassenfahrt.

Panorama der Chocolate Hills auf Bohol mit zahlreichen kegelförmigen grünen Hügeln unter dramatischem Himmel.
Blick über die berühmten Chocolate Hills auf der philippinischen Insel Bohol. Hunderte gleichmäßig geformte, grasbewachsene Hügel ragen aus der üppig grünen Landschaft und bilden eines der bekanntesten Naturwunder der Philippinen. / Foto: Thomas Bauer

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Auf den Camotes, den „Süßkartoffel-Inseln“, klicken die Pedale ein. Radfahren auf den Philippinen? Noch immer eine Seltenheit. Dabei ist das Terrain wie gemacht dafür: Trockenzeit mitten im europäischen Winter, 28 Grad, passable Straßen, moderate Anstiege – und dazu Ananas, Mango, Papaya so süß, als hätten sie mit der Sonne paktiert. Und fast immer rauscht ganz in der Nähe der Pazifik.

Drei Männer spielen ein einfaches Brettspiel mit roten und blauen Spielsteinen auf einem improvisierten Spielbrett.
Ins Brettspiel vertieft / Foto: Thomas Bauer

„Hello!“, „¿Cómo estás?“, „What’s up, bro?“ – mehrsprachig werde ich empfangen, sobald ich durch ein Dorf rolle. Kinder sprinten neben mir her, Jugendliche winken mir zu. Das Leben spielt sich hier auf der Straße ab: Mopeds knattern, knallbunte „Jeepneys“ dienen als rollende Sammeltaxis, jeder dreht seinen Laden zur Fahrbahn, verkauft, was sich verkaufen lässt. Hunde zucken kurz zusammen, bleiben dann aber gelassen. Keine Spur von Aggressivität.

Motorrad mit Seitenwagen beladen mit vielen Plastiksäcken und bunten Verpackungen auf einer Straße auf Bohol.
Fahrender Verkaufsstand voll bepackt / Foto: Thomas Bauer

Erst auf der deutlich größeren Insel Bohol wird es voller. Schuld sind die über 1.000 kegelförmigen Chocolate Hills, grasbewachsene Hügel, die sich im Sommer schokoladenbraun färben. Touristen strömen herbei – ebenso wie zu den nur faustgroßen Koboldmakis mit ihren überdimensionierten Augen. Mich treibt anderes an: Kilometer machen. Also rufe ich „Ghee!“ – auf geht’s! Reisfelder flimmern im Licht, Kokospalmen ragen in den Himmel, Mangroven säumen die Küste. Achtzig Kilometer am Tag – und ich merke es kaum. Zu viel Staunen, zu viel Grün, zu viel Meer.


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Bauer führt Wasserbüffel durch schlammiges Reisfeld beim Pflügen auf Bohol.
Schwerstarbeit für Mensch und Tier / Foto: Thomas Bauer

7.641 Inseln zählt der Archipel, nicht einmal 900 sind bewohnt. Die Bevölkerung ist jung, das Wachstum rasant. Scheidungen sind gesetzlich verboten – ein weltweites Unikum. Allein im Großraum Manila drängen sich 25 Millionen Menschen.

Terrassenförmig angelegte Reisfelder an einem Hang in tropischer Landschaft auf Bohol.
Grüne Reisterrassen ziehen sich stufenförmig einen Hügel hinauf. Die Terrassen werden durch Wasserkanäle bewässert und prägen vielerorts die Landschaft der Philippinen. / Foto: Thomas Bauer

Von diesem Druck ist auf der Insel Siquijor wenig zu spüren. Die „mystische Insel“ wirkt wie aus der Zeit gefallen. Man spricht von Hexen und Geistern. Ein Heiler bläst in ein Glas Wasser, schwenkt es um mich herum, kippt es aus – meine „negative Energie“ sei nun fort. Ich bleibe skeptisch. Doch als ich die Insel umrunde, 75 Kilometer immer am Pazifik entlang, beginne ich zu zweifeln: Weißer Sand, Palmen, türkisfarbene Brandung – das hat etwas flimmernd Überirdisches. Kein Wunder, dass hier von „Diwatas“ und „Encantos“ erzählt wird, von Baum- und Meeresgeistern, denen Fischer noch heute Opfergaben darbringen. In einem Land auf dem Pazifischen Feuerring, erschüttert von Vulkanen, Erdbeben und Taifunen, scheint alles beseelt.

Motorrad mit Anhänger transportiert ein Schwein in einem Käfig auf einer Straße auf Bohol.
Vielseitiges Transportmittel / Foto: Thomas Bauer

Dann die langgezogene Insel Cebu. Die Idylle bekommt Risse. Der Verkehr schwillt an, bis er in Cebu City apokalyptisch wird. Es gibt landesweit kaum Bahnverkehr, gefahren wird nach eigenen, schwer durchschaubaren Regeln. Und doch: Steigt man vom Rad, begegnet man Menschen mit Höflichkeit und Zurückhaltung. Hinter vielen Lächeln verbergen sich indessen harte Arbeitsrealitäten, mehrere Jobs, oder ein Leben als „Overseas Filipino Worker“ fern der Heimat.


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Mehrere Verkäuferinnen in einer kleinen Bäckerei mit frischen Brötchen hinter der Verkaufstheke.
Verkäuferinnen am Straßenrand mit bezauberndem Lächeln / Foto: Thomas Bauer

In Cebu City angekommen, liegen 550 Kilometer und 6.000 Höhenmeter hinter mir. Jede Insel hatte ihr eigenes Gesicht. Und nicht die überlaufenen Hotspots bleiben mir im Gedächtnis, sondern die Straßen, über die sich Palmen beugen. Das Gurgeln des nahen Ozeans. Die Rufe, das Winken, das Lächeln der Menschen.

Radfahrer mit Helm fährt bei starkem Regen auf einer Straße auf der Insel Siquijor.
Der Autor downhill im Regen auf Siquijor / Foto: Thomas Bauer

Mit jedem Tritt in die Pedale ist mir dieses tropische, saftige, überschäumende Leben ein Stück nähergerückt. Und irgendwann habe ich unterwegs gemerkt: Ich fahre hier nicht nur durch eine Landschaft. Ich bin mittendrin!

Thomas Bauer

Thomas Bauer auf YouTube

Bunte Fischerboote liegen in einer tropischen Flussmündung auf Bohol mit Palmen und Meer im Hintergrund.
Mehrere kleine Fischerboote liegen an einer tropischen Flussmündung, die in das Meer mündet. Palmen und dichter Bewuchs säumen die Ufer. / Foto: Thomas Bauer

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Abenteuer EUROPA, Abenteuer ASIEN und Abenteuer AMERIKA von Thomas Bauer sind vor wenigen Tagen im MANA-Verlag, Berlin, erschienen. Sie fassen das Beste aus seinen 30 Jahren Abenteuerreisen zusammen.

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Abenteuer ASIEN von Thomas Bauer / Bild: Mana

Titelbild / Abendstimmung in Siquijor / Foto: Thomas Bauer

Jeepney auf ländlicher Straße mit Fahrrädern auf dem Dach und Guide, der oben steht.
Ein Jeepney dient als Begleitfahrzeug für eine Fahrradtour. Auf dem Dach stehen Fahrräder und ein Guide, während die Gruppe durch eine tropische Landschaft fährt. / Foto: Thomas Bauer

Info-Box

Anreise: z.B. mit Cathay Pacific von Frankfurt über Hong Kong nach Cebu

Beste Reisezeit: Januar bis April (Trockenzeit)  

Organisation: In Deutschland z.B. Hauser (www.hauser-exkursionen.de), in Cebu City seit über 20 Jahren »Bugoy Bikers« (www.bugoybikers.com), mit hochwertigen Mountain Bikes und englischsprachigem Guide. Zweiwöchige Radtour mit Inselhopping (Inseln Cebu, Camotes, Bohol, Siquijor und Negros) für ca. 4.000 Euro (inkl. Flug). Schwierigkeit: moderat.

Womit man rechnen muss: Insbesondere in den Städten herrscht dichter Verkehr. Man sieht Schmutz und Armut (Wellblechhütten, verwahrloste Hunde).

Warum das Ganze: Zu den Vorteilen der Philippinen zählt, dass man mit Englisch sehr weit kommt; die Einwohner sind angenehm unaufdringlich. Das Straßennetz ist sehr gut ausgebaut. Die Bandbreite der Restaurants und Hotels reicht von einfach bis gehoben. Die Philippinen sind ein äußerst günstiges Reiseland – oftmals mit im Vergleich zu Deutschland um 90 Prozent reduzierten Preisen.

Weitere Informationen: Abenteurer Thomas Bauer hat 15 Bücher über seinen Touren veröffentlicht. Im März 2026 ist „Abenteuer Asien“ im MANA-Verlag erschienen.

Koboldmaki mit großen Augen sitzt auf einem Ast unter Blättern im tropischen Wald von Bohol.
Ein Koboldmaki sitzt unter großen Blättern auf einem Ast im tropischen Wald. Die kleinen Primaten sind eine der bekanntesten Tierarten der Insel Bohol. / Foto: Thomas Bauer
Panoramablick über Cebu City mit Hochhäusern, Parkanlagen und Küste im Hintergrund.
Blick über die Skyline von Cebu City auf den Philippinen. Moderne Hochhäuser und Wohnanlagen prägen das Stadtbild, während im Vordergrund ein großer grüner Park liegt. In der Ferne ist die Küste mit dem Meer zu erkennen. / Foto: Thomas Bauer

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