Die Big 15 auf Galapagos – eine auserlesene Tierschau

ANZEIGE

Über 2 Millionen Kunden - bis 24 Stunden vor Mietbeginn stornieren Sie kostenlos

Mietwagen vergleichen auf Deutschlands größtem Mietwagen-Preisvergleich

Als ob die Insel-Gruppe der Galapagos nicht schon ausreichend mit Attraktionen von Flora und Fauna versorgt ist, lässt sie sich werbewirksam mit einem weiteren Titel schmücken.

„The Big 15“ listet insgesamt 15 Tierarten auf, die auf den rund 100 Galapagos-Inseln prominent vertreten sind. Die meisten von ihnen sind endemisch, sie leben also ausschließlich auf den Vulkaninseln, manche sogar nur auf einer einzigen Insel, wie der Galapagos-Albatros auf der Insel Espanola. Der führende Tour-Operator in der Region, Metropolitan Touring, hat vor einigen Jahren diesen Slogan der „Big 15“ ins Leben gerufen. Es ist eine Anlehnung an die Bezeichnung der „Big 5“ in den südlichen Ländern Afrikas, wo bei Safaris die besonders attraktiven Foto-Motive von Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard dazu gezählt werden. Mittlerweile nutzen nun auch andere Veranstalter der Tourismus-Branche das Signalwort „Big 15“ für Galapagos. Und das völlig zu Recht, denn insgesamt haben diese Tierarten der Inseln auch jede Menge an Spektakulärem für Naturfreunde zu bieten.


Auch die australischen Tourismus-Manager sind auf den Big 5-Zug aufgesprungen und präsentieren Unterwasser die Big 5 und die Great 8:
Mit den Big Five der Meere tauchen

Mit den “Great 8” gegen die “Big 5


Balztänze der Albatrosse

Ganz oben auf der Liste der Big 15 steht für viele Touristen der Galapagos-Albatros. Die Albatros-Familie gehört mit einem Gewicht bis zu 12 Kilogramm und einer Spannweite von 3,5 Metern zu den weltweit größten Seevögeln. Ihre urzeitlichen Vorfahren sollen sogar im frühen Oligozän vor 33 Millionen Jahren noch im Bereich der Nordsee herumgesegelt sein. Es gibt derzeit knapp zwei Dutzend Arten. Aber nur eine Art ist in den Tropen auf Galapagos zu Hause und hier nur auf der Vulkaninsel Espanola zu finden. Ein ausführlicher Rundgang auf der Insel – auf schmalen mit kleinen Felssteinen begrenzten Touristenpfaden – führt an einer bunten Vielfalt an Tieren vorbei, beginnend bei Seelöwen, Massen von Darwin-Finken und Tölpel-Vögeln sowie Unmengen von bunt gefleckten Meerechsen.

Der Tourist muss ständig auf den Boden schauen, die Echsen rücken auf dem schmalen Pfand keinen Millimeter zur Seite und machen nicht Platz. Dann findet der Besucher schließlich in den Herbsttagen auch eine Möglichkeit, einige der Albatros-Paare zu beobachten, die auf der Insel leben. Denn nach Schätzungen brüten hier mehr als 10.000 Paare in der Zeit von April bis Anfang Dezember. Im Unterschied zu den anderen Arten fliegen die Galapagos-Albatrosse nicht über die Weltmeere, sondern bleiben in ihrem Insel-Revier oder vor den Küsten von Ecuador und Peru. Im September und Oktober haben Besucher die Chance, ihre legendären Balztänze zu sehen.

Galapagos: Balztänze der Albatrosse / Foto: Ronald Keusch
Galapagos: Balztänze der Albatrosse / Foto: Ronald Keusch

Rekord Nummer 1: 1.200 Nachkommen

Zu den Big 15 werden natürlich die auffälligsten Landtiere der Inseln gezählt: die Reptilien. Besonders stechen die zwei Symbol-Tierarten der Galapagos-Inseln heraus: die Riesenschildkröten und die Echsen.

Gewissermaßen die Hauptstadt der Schildkröten ist die zweitgrößte Insel Santa Cruz. Sie gehört unter den 13 größeren und hunderten kleinen und Kleinst-Inseln zu den vier bewohnten Inseln. Am Rande der touristischen Hafenstadt Puerto Ayora befindet sich die große Charles Darwin-Forschungsstation, in der Wissenschaftler aus aller Welt die Pflanzen- und Tierwelt der Vulkaninseln erforschen. Ein Schwerpunkt der Forschung und zweifellos auch die Hauptattraktion der Insel sind die Galapagos-Riesenschildkröten. Eine weitere Schildkröteninsel, ebenfalls mit einer Farm für die Tiere, befindet sich auf der östlichsten Insel von Galapagos, der Insel San Cristobal.

Galapagos: Interessierte Riesenschildkröte / Foto: Ronald Keusch
Galapagos: Interessierte Riesenschildkröte / Foto: Ronald Keusch

Der im Jahr 1965 auf Santa Cruz gegründeten Station gelang es mit umfangreichen Zuchtprogrammen, das Aussterben einiger Unterarten der Riesenschildkröten abzuwenden. Ein weitläufig angelegter Tierpark mit Gehegen und großen Freiflächen macht die Touristen mit der Aufzucht von elf Arten bekannt. Eine besondere Geschichte wird über die männliche Schildkröte Diego erzählt. Als junge Schildkröte wurde sie von US-amerikanischen Forschern in den Zoo nach San Diego in Kalifornien gebracht. Als auf Galapagos in den 70er Jahren die Unterart der Insel Espanola auszusterben drohte, da nur noch zwei zeugungsunwillige Männchen und 12 Weibchen aufzufinden waren, erinnerte man sich seiner und delegierte ihn zurück auf die Inseln. Hier legte er richtig los und hat insgesamt 1200 Nachkommen gezeugt. Angeblich ist er darauf ganz stolz, berühmt in Forscherkreisen ist er sowieso.

Galapagos: Schildkörtenparadies Rancho El Manzanillo / Foto: Ronald Keusch
Galapagos: Schildkörtenparadies Rancho El Manzanillo / Foto: Ronald Keusch

Rekord Nummer 2: ein wirklich langes Leben

Ebenso berühmt ist „Lonesome George“, der letzte der Unterart der Pinta-Schildkröten, der 2012 im geschätzten Alter von etwa 100 Jahren gestorben ist. Allerdings hat sich der einsame George bei der Fortpflanzung als eine totale Niete erwiesen, und so gilt die Pinta-Art heute als ausgestorben. Immerhin hat man ihm auf dem Forschungsgelände ein kleines Mausoleum gebaut, für die Touristen-Scharen, die viel über sein Schicksal in ihren Reisebüchern gelesen haben.

Galapagos: Besuch in der Forschungsstation Darwin / Foto: Ronald Keusch
Galapagos: Besuch in der Forschungsstation Darwin / Foto: Ronald Keusch

Schildkröten unterschiedlichen Alters sind nicht nur auf dem Gelände der Forschungsstation zu sehen, sondern die Schilder der Tiere sind auch in Gärten umliegender kleiner Dörfer, in freier Wildbahn und Rand von Straßen anzutreffen. Deshalb werden die Autofahrer auch per Verkehrsschilder mit der Abbildung einer Schildkröte gewarnt.

Drei Echsenarten bei Big 15

Die Forschungsstation „Charles Darwin“ sorgte mit Aufzucht-Programmen ebenfalls dafür, dass die Landleguane auf Santa Cruz überlebten, deren Existenz vor allem durch verwilderte Hunde bedroht wurde. Sie wurden auf Inseln ohne Hunde verlegt und konnten nach Bekämpfung verwilderter Katzen und Hunde wieder in ihre Lebensheimat zurückgebracht werden. Ein erfolgreiches Naturschutzprojekt.

Galapagos: Santa Fè-Leguan / Foto: Ronald Keusch
Galapagos: Santa Fè-Leguan / Foto: Ronald Keusch

Bei den Big 15 haben die Echsen einen großen Stellenwert. Insgesamt drei Arten wurden in den erlesenen Kreis aufgenommen. Zunächst der grüne Leguan, der faktisch auf nahezu allen Inseln auftritt, dann der sandgelbe Santa-Fé Leguan, der wie es sein Name signalisiert, nur auf der kleinen Galapagos-Insel Santa Fé vorkommt und schließlich der Meeres-Leguan. Diese Meer-Echse hat sich vom Land- zum Meeresbewohner entwickelt, tritt massenhaft in Erscheinung und ist sogar in den Häfen von Galapagos unterwegs.

Galapagos: Meerechse auf der Insel Espanola / Foto: Ronald Keusch
Galapagos: Meerechse auf der Insel Espanola / Foto: Ronald Keusch

Seelöwen ohne Angstreflexe

Zu den wenigen Tieren der Vulkaninseln, die sich ebenfalls fast überall zu Hause fühlen, gehört der Seelöwe, der auch zu den Big 15 gezählt wird. Dabei handelt es sich beim Galapagos-Seelöwen um eine Ohrenrobben-Art, die nur hier in der Galapagos-Welt zu finden ist. Aber dafür trifft sie der Besucher an jedem Sandstrand der Inseln und ihre Kolonien bevölkern auch die felsigen Uferabschnitte.

Galapagos: Seelöwe im Tiefschlaf / Foto: Ronald Keusch
Galapagos: Seelöwe im Tiefschlaf / Foto: Ronald Keusch

Sie haben scheinbar die wenigste Scheu vor Menschen und sind sogar so neugierig, dass sie die von Touristen abgelegten Rucksäcke am Strand mit ihren Nasen beschnuppern und inspizieren. Gern schauen sie auch mal auf der Promenade vorbei, wie in Puerto Ayora zu erleben und legen sich auf die aufgestellten Bänke an der Kaimauer. Diese Furchtlosigkeit ist, so die Experten, eine Verhaltensweise, die sich nur in einer Umwelt herausbilden konnte, in der die Tiere keine Feinde hatten und keine Angstreflexe entwickeln konnten. In jedem Reiseführer dürfen die Super-Nahaufnahmen vom Antlitz der Seelöwen nicht fehlen, die natürlich bei Hobbyfotografen ohne Galapagos-Kenntnis Erstaunen und Bewunderung auslösen. Doch jeder, der einmal auf Galapagos unterwegs war, weiß: Dank des Verhaltens der Tiere kann jeder Besucher, der den Auslöser seiner Kamera findet, solche Aufnahmen massenhaft schießen.

Galapagos: Auf der Promenade der Hafenstadt Puerto Ayora schläft dieser Seelöwe seelenruhig auf einer Bank. Blitzlichtgewitter ist dieser Star offensichtlich gewöhnt / Foto: Ronald Keusch
Galapagos: Auf der Promenade der Hafenstadt Puerto Ayora schläft dieser Seelöwe seelenruhig auf einer Bank. Blitzlichtgewitter ist dieser Star offensichtlich gewöhnt / Foto: Ronald Keusch
Galapagos: Die Rucksäcke und Touristen stören die Seelöwen nicht bei ihrem Schläfchen / Foto: Ronald Keusch
Galapagos: Die Rucksäcke und Touristen stören die Seelöwen nicht bei ihrem Schläfchen / Foto: Ronald Keusch

Der flugunfähige Kormoran

Selbstverständlich ist in die Liste der Big 15 auch der Galapagos-Kormoran aufgenommen. Sicherlich bekam er den Platz dafür, dass er sich in seiner Entwicklungsgeschichte auf den Vulkaninseln das Fliegen abgewöhnt hat. Diese besondere Spezies der Kormorane ist nur auf den Inseln Fernandina und Isabella beheimatet.

Fernandina ist zugleich die westlichste, drittgrößte und jüngste der Inseln. Der letzte Ausbruch des gewaltigen Schildvulkans wurde 1988 verzeichnet. Da noch nie eine fremde Spezies die Insel bevölkert hat, zeugt sie noch von einer sehr ursprünglichen und unberührten Natur. Fernandina hat nur einen von der Nationalparkverwaltung zugelassenen Besucherstandort: die Punta Espinoza. Nach einer Wanderung über Lavafelder mit Lavakakteen und riesigen Echsenkolonie und einer Gruppe von Seelöwen gelangt der Besucher zum Brutplatz der flugunfähigen Kormorane.

Galapagos: Flugunfähiger Kormoran auf der Insel Isabella / Foto: Ronald Keusch
Galapagos: Flugunfähiger Kormoran auf der Insel Isabella / Foto: Ronald Keusch

Als es seine Urahnen hierher auf die Inseln verschlagen hat, gab es keine vierbeinigen Feinde, denen sie nur fliegend entkommen konnten. Außerdem sorgte eine nährstoffreiche Meeresströmung an ihrer Küste für reiche Fischgründe, weite Flugstrecken waren nicht mehr nötig. Der flugunfähige Kormoran entwickelte sich auf den Inseln zum Super-Taucher und Super-Schwimmer. Die Evolution machte es möglich. Die unaufhaltsame Kraft der Evolution, für die Charles-Darwin viele Bespiele auf Galapagos fand, gewöhnte dem Kormoran das Fliegen ab.

Zauber der großen Zutraulichkeit

Die Prominentenliste für Tierarten sortiert unter die Big 15 noch weiterhin die Galapagos-Pelzrobbe ein, die Fregatt-Vögel, drei Arten der Tölpel-Vögel, den recht selten zu beobachtenden Galapagos-Bussard, eine kleine Population an Kuba-Flamingos, sowie den Galapagos-Pinguin, der einzigen Pinguinart, die nördlich des Äquators vorkommt. Wer komplett die Big 15 erleben will, muss sich schon für die Schiffstour auf der Ost- und der Westroute entscheiden.

Galapagos: Pinguin auf der Insel Isabella / Foto: Ronald Keusch
Galapagos: Pinguin auf der Insel Isabella / Foto: Ronald Keusch

Im Unterschied zu den Big 5 muss kein Tier auf der Ehrenliste der Big 15 fürchten, dass die Foto-Safari sich in eine Jagd-Safari verwandelt mit Großwildjägern, die sich Trophäen schießen wollen. Vielmehr sind auf Galapagos manche Inseln total gesperrt, andere dürfen nur von Forschern betreten werden und schließlich sind die Pfade für Touristen eng begrenzt und die Anzahl der Besucher reglementiert. Und falls jemand beunruhigt sein sollte, dass die Seelöwen in ihrem Vormittags- und Nachmittagsschlaf gestört werden:  Seelöwen haben entweder einen festen Schlaf und rühren keine Flosse, oder sie lieben die Abwechslung und robben neugierig näher, um die Besucher zu beäugen. Bei allen Unterschieden der Tierarten der Big 15 haben sie eines gemeinsam: Ihre große Zutraulichkeit – das macht für viele Besucher den wirklichen Zauber der Galapagos-Inseln aus.


Anreise und Fast Facts

Mit KLM von Berlin, via Amsterdam nach Quito, Flugzeit ca 15 Stunden

Mit LATAM von Quito über Guayaquil nach Baltra, Flugzeit ca. 2 Stunden

Vor Ort unterwegs mit dem Schiff Santa Cruz II des Reiseanbieters Metropolitan Touring

Reise gebucht über Agentur Sommer Fernreisen, Reisespezialist für Ecuador mit eigenen Hotelkapazitäten


Ronald Keusch, November 2019

Titelfoto / Galapagos: Meerechsen auf der Insel Fernandina / Foto: Ronald Keusch

 

Galapagos: North Seymour / Foto: Ronald Keusch
Galapagos: North Seymour / Foto: Ronald Keusch

Weitere Informationen:

Seite der Nationalparkverwaltung (in spanischer Sprache): http://www.galapagos.gob.ec/

Sammlung von historischen Informationen über Galapagos, Karten etc. (in englischer Sprache) http://www.galapagos.to/index.htm

Die Galapagos-Inseln sind Weltnaturerbe – Link zur entsprechenden Webseite der UNESCO

Galapagos: Landschaft Cerro Dragon auf Insel Santa Cruz / Foto: Ronald Keusch
Galapagos: Landschaft Cerro Dragon auf Insel Santa Cruz / Foto: Ronald Keusch

Auch interessant:

Galapagos: Tummelplatz für Echsen / Foto: Ronald Keusch
Galapagos: Tummelplatz für Echsen / Foto: Ronald Keusch

 

Wie hat Ihnen der Beitrag gefallen? Haben Sie Ergänzungen oder Anregungen? Teilen Sie uns Ihre Meinung mit, schreiben Sie uns an: meine.meinung@weltreisender.net

 


Preiswerte Flüge und Hotels