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Wann gibt es umweltfreundliche Treibstoffe?

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Berlin – Flugzeuge, Autos und Schiffe mit konventionellen Antrieben für fossile Brennstoffe gelten als Klimakiller. Alle Verkehrsträger stehen daher vor der komplexen Aufgabe, Mobilität zukünftig umweltfreundlicher zu gestalten. Auf der Podiumsdiskussion „Nachhaltige Treibstoffe“, kompetent moderiert von Stefan Haendschke, dem stellvertretenden Bereichsleiter Energieeffiziente Verkehrssysteme bei der Deutschen Energie-Agentur dena, wurde auf dem ITB Kongress 2012 in Berlin deutlich, dass innovative Lösungsansätze heute teilweise bereits serienreif sind.

So berichtete der CCO der Firma SolarFuel, Stefan Rieke, dass sein Unternehmen Methangas unter Einsatz von Solarstrom und Windenergie herstelle, das wie Erdgas als Treibstoff verwendet werden kann. „Dank vorhandener Gas-Infrastruktur wie Leitungen und Speicher kann dieser erneuerbare Treibstoff kurzfristig wie Erdgas eingesetzt werden und Überkapazitäten bei der Stromproduktion nutzen“, so Rieke. Als erster großer Investor in e(rneuerbares)-Gas beschäftigt sich derzeit die Audi AG mit dieser Technologie. „Ende 2013 soll eine Pilotanlage mit sechs Megawatt in Betrieb gehen“, sagte Reinhard Otten vom Entwicklungsteam Audi e-gas. „Wir sprechen von keiner fernen Zukunft, und die Motorentechnik existiert längst.“

Aber auch im Bereich der Verkehrsluftfahrt sind dringend alternative Lösungen gefragt. „Aber wir brauchen einen Kraftstoff mit hoher Energiedichte, der auch bei minus und plus 50 Grad stabil ist“, beschrieb Ulrich Wenger, der Leiter der Fan- und Verdichterentwicklung bei Rolls-Royce Deutschland. Gas käme aufgrund des benötigten Volumens daher nicht in Frage. Interessant seien jedoch aus Algen gewonnene Biotreibstoffe mit der teilweise besserer Energiedichte als Kerosin, mit denen bereits erfolgreich geflogen werde.

„Den Königsweg für alle Verkehrsträger gibt es nicht“, bestätigte dann auch Reinhard Otten. „Aber wenn wir verschiedenen Bausteine verwenden, wird ein gutes Haus daraus.“

Gefragt sei jedoch auch die Politik, denn derzeit seien die Abgaben für Speichertechnologien noch zu hoch. „Die Rahmenbedingungen müssen stimmen, um die Technik wirtschaftlich nutzen zu können“, forderte Stephan Rieke, was den Moderator zur Frage brachte, ob Mobilität in Zukunft teurer werde. „Verschiedene technische Entwicklungen haben seit Beginn der Luftfahrt mit Düsenflugzeugen die Preise um rund 70 Prozent gesenkt“, beschrieb Ulrich Wenger den Trend in seinem Verkehrsbereich. Dennoch werde sich die Frage stellen, wieviel Mobilität sich jeder Einzelne zukünftig leisten können will, gab Stephan Rieke zu bedenken, „denn die Energiepreise werden ansteigen.“

Unterschiede sahen alle Podiumsteilnehmer bei den Möglichkeiten für alternative Energien bei den verschiedenen Verkehrsträgern: Für den Straßenverkehr sei die Diversifizierung durch Elektromobilität für die Kurzstrecke und Gasantrieb für längere Strecken zwar nicht einfach, aber immerhin einfacher zu erreichen als beim Luftverkehr mit seinen höheren Anforderungen an Infrastruktur, Sicherheit und Energiedichte.

(Quelle Messe Berlin)

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