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Registan-Platz in Samarkand / Foto: Ronald Keusch

Usbekistan: Entlang der Seidenstraße, zwischen Mittelalter und Moderne

15 Minuten Lesezeit

Zentralasien ist in Weltreisender Magazin nahezu noch ein weißer Fleck. Mit seiner mehr als 5000-jährigen Kulturlandschaft und einer wechselvollen Geschichte ist Mittelasien als Reisedestination in Deutschland bisher nur wenig bekannt. Dabei bieten Länder wie Usbekistan und Tadshikistan eine Fülle an Sehenswürdigkeiten: Orientalische Prachtbauten, überwältigende Naturschönheiten, eine entspannte Atmosphäre ohne Stress und Hektik und eine tiefe Gastfreundschaft und Herzlichkeit, wo immer man auch hinkommt. Hinzu kommen eine einfache visafreie Einreise, hervorragende Flugverbindungen über Istanbul, die reale gute Sicherheitslage in beiden Ländern und schließlich sind die Reise-Angebote auch preislich recht attraktiv.

Einige Eindrücke einer 14-tägigen Rundreise durch Usbekistan und Tadshikistan Mitte Mai 2022. Wir beginnen mit dem Zauber des alten Orients in Usbekistan. Die Tadschikistan-Reiseerlebnisse von Ronald findest Du hier.

Das Opernhaus in Taschkent / Foto: Ronald Keusch
Das Opernhaus in Taschkent / Foto: Ronald Keusch

Taschkent zwischen Mittelalter und Moderne

Die meisten Entdeckungsreisen nach Zentralasien beginnen in Taschkent, der Hauptstadt Usbekistans. Taschkent besticht architektonisch durch eine Melange aus Denkmälern des Mittelalters mit islamischer Prägung, aus Moderne mit Hochhäusern chinesischer Bauunternehmen und der Tradition von neoklassizistischer Sowjet-Architektur.

Im Zentrum der Stadt sind im Hast-Imam-Komplex unterschiedliche Gebäude auf engem Platz vereinigt: Zwei Moscheen, zwei Medresen, so heißen die Koranschulen, und ein Mausoleum. Hast Imam bedeutet „Großer Imam“ und ist einem der ersten und hoch verehrten Imame Taschkents aus dem 10. Jahrhundert gewidmet, der einen maßgeblicher Anteil an der Verbreitung des Islam in der Region hatte. In der kleinen Muji-Mubarak-Medrese im Zentrum der Anlage sind besonders wertvolle islamische Bücher und Schriften ausgestellt, so ein Exemplar des originalen Koran von Kalif Osman aus dem siebenten Jahrhundert.

Innenraum der Hast-Imam-Moschee in Taschkent / Foto: Ronald Keusch
Innenraum der Hast-Imam-Moschee in Taschkent / Foto: Ronald Keusch

Entspannt auf dem Taschkenter Broadway bummeln

Das pralle und bunte Leben spielt sich in Taschkent auf dem Boulevard Sayilgoh ab, von den Einheimischen auch Broadway genannt. Der Boulevard führt schnurgerade vom Unabhängigkeitsplatz einige hundert Meter bis zum Amir-Timur-Platz mit einem monumentalen Reiterstandbild. Der berühmte Herrscher Amir Timur oder Tamerlan schuf im 14. Jahrhundert eines der größten Reiche in Zentralasien, die jemals existierten, mit Samarkand als Hauptstadt. Seit dem Ende als Sowjetrepublik und dem Beginn der Unabhängigkeit hat Timur das Stadtbild als Namengeber von Parks, Plätzen und Alleen zurückerobert. Unzählige Buden, Straßen-Musiker, kleine Cafés und Imbiss-Stände säumen den Weg der Fußgängerzone. Sehenswert und vor allem erlebenswert ist hier das Bolschoj Theater namens Alisher Navoi. Das „Große Theater“ ist ein Opernhaus mit herausragender künstlerischer Qualität und kleinen Ticketpreisen und muss den Vergleich mit seinem Namensvetter in Moskau nicht scheuen. Umgerechnet kosten die teuersten Plätze zwischen drei und sechs Dollar.

Amir-Timur-Denkmal in Taschkent / Foto: pixabay / falco
Amir-Timur-Denkmal in Taschkent / Foto: pixabay / falco

Metro-Stationen mit orientalischen Ornamenten

Nicht vergessen werden sollte bei einem Besuch die Taschkenter Metro. Die Stationen sind – wie man es auch aus Moskau oder St. Petersburg kennt – als „Paläste des Volkes“ mit viel orientalischem Schmuck und Stuck ausgestaltet und stellen einfach eine Sehenswürdigkeit für sich dar. Für insgesamt 29 Stationen in vier Linien kostet das Ticket in der Landeswährung 1400 Sum, umgerechnet 12 Cent in Euro-Währung. Dank der auch sehr preiswerten Tarife für Taxis – umgerechnet zwischen ein und zwei Euro – hat der Tourist viele bequeme preiswerte Alternativen, um die Stadt zu erkunden.

Metro in Taschkent / Foto: Ronald Keusch
Metro in Taschkent / Foto: Ronald Keusch

Wer von Taschkent der Seidenstraße folgend, ins Land reist, kann das nicht allein auf gut ausgebauten Straßen, sondern auch auf dem Schienenweg. Vom Hauptbahnhof in Taschkent fährt in der Haupt-Saison morgens und abends der komfortable spanische Hochgeschwindigkeitszug Afrosiab nach Buchara und Samarkand. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 230 km/h benötigt der Zug für die 600 Kilometer Strecke nach Buchara drei Stunden und 40 Minuten – durchaus eine bequeme und preiswerte Alternative zum Flugzeug.

Der ICE Usbekistans: der Afrosiab / Foto: pixabay / falco
Der ICE Usbekistans: der Afrosiab / Foto: pixabay / falco

Das Kalon-Minarett ist das Wahrzeichen von Buchara

Die unbestreitbar kulturellen Höhepunkte wohl jeder Reise nach Zentralasien sind die beiden Weltkulturerbe-Stätten Buchara und Samarkand.

Die einstige Oasenstadt Buchara konnte im Jahr 1997 ihren 2500-jährigen Geburtstag feiern. Im Zentrum der Altstadt steht das Wahrzeichen von Buchara, das Kalon-Minarett aus dem Jahr 1127. Mit seinen 47 Metern Höhe und einem 10 Meter tiefen Fundament überragt es das gesamte Moschee- und Medrese-Gelände. Das Super-Minarett diente als Beobachterstelle vor feindlichen Angriffen, als eine Art Leuchtturm für die Wüstenschiffe der Seidenstraße und als Vollzugsstätte von Todesurteilen durch die Emire. Das Minarett ist ein architektonisches Meisterwerk und ist mit 14 unterschiedlichen Zierbändern versehen. Hier werden erstmals in einem Band – quasi dem „Halsband“ des Minaretts – die glasierten türkis-blauen Fliesen verwendet, die dann später unter den Timuriden in ganz Zentralasien verbreitet wurden. Dschingis Khan war bei der Eroberung Bucharas im Jahr 1220 so beeindruckt von dem Minarett, dass er anordnete, den Turm zu verschonen, während seine Truppen den Rest der Stadt plünderten.

Innenhof der Kalon-Moschee mit dem Kalon-Minarett in Buchara / Foto: Ronald Keusch
Innenhof der Kalon-Moschee mit dem Kalon-Minarett in Buchara / Foto: Ronald Keusch

Zum Kalon-Komplex gehören auch die daneben errichtete große Kalon-Moschee, in der bis zu Zehntausend Gläubige Platz finden, und die gegenüberliegende Mir-i-Arab-Medrese. Die im 16. Jahrhundert eröffnete Koranschule führt mit einer kurzen Unterbrechung bis heute ihren Lehrbetrieb. Sie war auch die einzige islamische Lehranstalt auf dem Boden der damaligen Sowjetunion. Überwältigend sind ihre Gebäudefronten, die hohen Portale und die künstlerisch verzierten Holztore.

Eindrucksvoll beleuchtet ist das Kalon-Minarett in Buchara / Foto: Ronald Keusch
Eindrucksvoll beleuchtet ist das Kalon-Minarett in Buchara / Foto: Ronald Keusch

Genauso beeindruckend ist mit ihren wuchtigen Mauern die Zitadelle, auch Ark genannt. Die Zitadelle war die Residenz der Khane von Buchara und war gewissermaßen eine eigene Stadt in der Stadt. Archäologische Funde belegen, dass sich hier schon im 4. Jhd. vor Chr. eine Festung befand. Durch einen schmalen Gang in der Festung gelangt der Besucher in den Thron-Hof, wo ein Marmorthron unter einer Balustrade den Hauch der Geschichte verströmt.

Eingangsportal der Mir-i-Arab-Medrese in Buchara / Foto: Ronald Keusch
Eingangsportal der Mir-i-Arab-Medrese in Buchara / Foto: Ronald Keusch

Und dann ein unscheinbares Gebäude, was die Reiseführer als beeindruckendstes Architekturdenkmal aus dem 10. Jahrhundert klassifizieren, das Samaniden-Mausoleum. Es soll das älteste erhaltene Gebäude in Usbekistan sein. Außergewöhnlich sind die gestalteten Säulen und Bögen in den Galerien des Innenraumes, brillant die kunstvoll und genial gesetzten symmetrischen Muster der Steine und Ornamente.

Innenraum des Samaniden-Mausoleums, des ältesten Gebäude Usbekistans /
Innenraum des Samaniden-Mausoleums, des ältesten Gebäude Usbekistans /

Im Hamam Peeling vom Feinsten

In Buchara sollte man nicht einen Gang für 90 Minuten in einen Hamam für umgerechnet 30 Euro Eintritt versäumen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Badehäuser in Buchara noble Plätze. Die meisten wurden schon im 16. und 17. Jahrhundert in mittelalterlichen Kellergewölben errichtet. Selbst hartgesottene deutsche Saunagänger, mit jahrzehntelanger Erfahrung unzähliger Aufgüsse mit Salzpeeling, müssen neidlos zugeben: Hitze, Waschung, Ganzkörpermassage und Peeling vom Feinsten mit einer Spezialkräutermischung haben Champions-League-Niveau. Alles sehr angenehm. Den Abschluss bildet eine Tee-Runde. Und beim Heraustreten in die 30 Grad Temperatur auf der Gasse umhüllt den Körper eine angenehme und sogar erfrischende Kühle.

Buchara: Diese Störche sind nicht echt / Foto: pixabay / falco
Buchara: Diese Störche sind nicht echt / Foto: pixabay / falco

Licht-Show der Superlative am Registan-Platz in Samarkand

Samarkand besteht seit 2750 Jahren und ist damit eine der ältesten Städte der Welt. Sie ist ein einzigartiges Märchen, erlebte ein halbes Dutzend Invasoren und ist trotz Zerstörungen immer wieder wie ein Phönix aus der Asche prachtvoller wieder auferstanden.

Foto-Shooting auf dem Registan in Samarkand / Foto: Ronald Keusch
Foto-Shooting auf dem Registan in Samarkand / Foto: Ronald Keusch

Ein Symbol für Samarkand und mehr noch eine Legende ist der Registan-Platz. Er ist das Verwaltungs-, Handels- und Handwerkerzentrum der Stadt, sozusagen ihr Herz und von unbeschreiblicher Schönheit. Der rasende Reporter Egon Erwin Kisch bereiste 1930 Zentralasien und schrieb in seiner Reportage „Asien gründlich verändert“: „Nein, wir werden den Registan nicht schildern. Einfach als Axiom sei der Satz hingeschrieben, dass wir in keiner Stadt einen Platz mit so bunten, herrlichen Bauten kennen wie den Registan von Samarkand. Basta.“ Man sollte nicht versäumen, den Registan zu verschiedenen Tageszeiten zu besuchen. Besonders sein Bild, wenn er sich mit den vielen bunten Lichtern schmückt, wird noch lange im Gedächtnis bleiben. Man kann dann Egon Erwin Kisch nur noch zustimmen: Dieser faszinierende Blick auf ein Dreigestirn von kunstvoll verzierten Koranschulen jeweils mit ihren Minaretten, Kuppeln, pompösen Frontfassaden und Eingangsportalen ist einzigartig.

Markt in Samarkand / Foto: pixabay / falco
Markt in Samarkand / Foto: pixabay / falco

Exotik von „Tausendundeine Nacht“ erleben

Die an der Stirnseite des Registan platzierte Tilla-Kari-Medrese übertrifft ihre beiden Nachbarn noch an Prunk und Ausstattung. Sie ist die jüngste und größte der drei Medresen und hat eine Doppelfunktion als Koranschule und als Hauptmoschee der Stadt. Tilla Kari heißt übersetzt die „Vergoldete“ und tatsächlich verschlägt es einem den Atem, wenn man die komplett mit blauen und vergoldeten Ornamenten verzierten Innenräume betritt. Die aufwändige Restaurierung der Medrese erfolgte in den siebziger Jahren zu Sowjetzeiten. Eine architektonische Besonderheit ist hier der Kuppelbau. Während die riesige Kuppel von außen weithin türkis leuchtet, ist die Innenkuppel fast flach. Durch die sich nach innen verjüngenden Verzierungen entsteht die nahezu perfekte optische Täuschung, auch von innen in eine hoch gewölbte Kuppel zu schauen.

Prunkvoller Innenraum der Tilla-Kari-Medrese in Samarkand / Foto: Ronald Keusch
Prunkvoller Innenraum der Tilla-Kari-Medrese in Samarkand / Foto: Ronald Keusch

An Pracht und Glamour kaum zurückstehend, präsentiert sich das Gur Emir Mausoleum des Tamerlan, Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet, ein Meisterwerk der zentralasiatischen Architektur. Steinmetzarbeit, Holzschnitzerei, Stalaktiten-Schnitzerei und Glasmalerei schaffen eine einzigartige Ausstrahlung. Besonders die 12 Meter hohe Kuppel des Grabgewölbes mit 15 Metern Durchmesser und hellblauer Glasur wetteifert mit dem Blau des Himmels vor der Tür.

Gur-Emir-Mausoleum in Samarkand / Foto: Ronald Keusch
Gur-Emir-Mausoleum in Samarkand / Foto: Ronald Keusch

Der berühmte Astronom aus Samarkand

Einen anderen Blick auf das Mittelalter bietet das Observatorium von Ulugbek, das der Enkel des Herrschers Tamerlan Anfang des 15. Jahrhunderts errichten ließ und nur noch in den unterirdischen Teilen erhalten blieb. Fanatische Islamisten zerstörten nach seinem Tod das Observatorium, da die Wissenschaft der Himmelskunde nach ihrer Meinung gegen die Regeln des Koran verstoßen habe. Mirzo Ulugbeks Leben war von Mathematik und Astronomie bestimmt. In unserer Gegenwart widmet sich ein Museum seinen astronomischen Arbeiten, die bis in die heutige Zeit hochgeschätzt werden. Er berechnete unter anderem die Länge des astronomischen Jahres mit 365 Tagen, 6 Stunden, 10 Minuten und 8 Sekunden. Wie sich später herausstellte, betrug der Messfehler nur 58 Sekunden – eine erstaunliche Leistung angesichts der noch primitiven Messgeräte. Ein Asteroid und ein Krater auf dem Mond tragen den Namen des Usbeken. Russischen Archäologen gelang im 20. Jahrhundert, die als Sextant dienende Rinne des alten Observatoriums auszugraben. Das heutige islamische Land Usbekistan ehrt den Wissenschaftler aus dem Mittelalter mit einem Museum.

Als Sextant dienende Rinne im Ulugbek-Observatorium / Foto: Ronald Keusch
Als Sextant dienende Rinne im Ulugbek-Observatorium / Foto: Ronald Keusch

Investitionen in den Tourismus

Die geschichtsträchtige Großstadt Samarkand mit ihren mehr als tausend Jahre alten Kulturschätzen ist auch in der Moderne angekommen. Überall stehen Baukräne und es wird in die touristische Infrastruktur investiert. Im Jahr 2020 wurde mit dem Neubau eines Tourismus-Kulturzentrums im Samarkand-Stil begonnen. Hier entstehen insgesamt acht Hotels mit 1600 Zimmern und 3600 Betten und ein Kongress-Zentrum und der ganze Komplex soll noch in diesem Jahr fertig werden.

Erst vor wenigen Monaten hat ein neuer Flughafen in Samarkand mit dem Namen „Silk Road“ nach einer Bauzeit von nur 18 Monaten den Betrieb aufgenommen. Zunächst ist eine Kapazität von jährlich zwei Millionen Fluggästen eingeplant. Die wichtigste Zielgruppe ist dabei der Tourist aus Westeuropa. Bauherren sind türkische Ingenieure, die auch den neuen Flughafen in Istanbul in Rekordzeit bauten. Sie haben dem neuen Terminal eine außergewöhnliche Architektur gegeben. Es ist in der Form eines geöffneten Buches konstruiert und soll das Hauptwerk Ulugbeks „Der neue Guragan-Sternenatlas“ symbolisieren. In Samarkand können sich Mittelalter und moderne Zeit durchaus die Hand reichen.

Usbekistan. Wer so viele Goldzähne hat, kann gut lachen / Foto: pixabay / JoelleLC
Usbekistan. Wer so viele Goldzähne hat, kann gut lachen / Foto: pixabay / JoelleLC

Ausflug in die Wüste mit dem Wüstenschiff

Usbekistan ist vor allem das Land der Wüsten und Steppen. Sie bedecken etwa drei Viertel des Territoriums des Landes. In einem Jurten-Camp kann man die Wüste hautnah erleben. Zu den knapp ein Dutzend solcher Quartiere in Usbekistan gehört das Jurten-Camp Safari in der Nähe des Dorfes Khayat. Es liegt in der Wüste Kyzylkum, einer Roten Kies- und Sandwüste, die zu den größten Wüsten in Zentralasien gehört. Das Lager besteht aus zwanzig Jurten und besitzt einen Massivbau für die Einnahme von Essen sowie ein Haus mit ausreichend Toiletten und Waschbecken. Niemand muss für den Toilettengang in die Wüste rundherum geschickt werden. Romantik liefern dann eher eine Stromsperre, die etwas Improvisation bei der Essenszubereitung erfordert und die Fotomotive in der Morgensonne: Sandhügel und ein knappes Dutzend am Eingang des Camps lagernde Kamele. Die Wüstenschiffe warten auf ihre Kundschaft für einen Ausritt – wenn kein Sandsturm dazwischenkommt.

Jurten-Camp-Safari in der Wüste Kyzylkum / Foto: Ronald Keusch
Jurten-Camp-Safari in der Wüste Kyzylkum / Foto: Ronald Keusch

Gelebte Gastfreundschaft und Herzlichkeit

Wo auch immer man als Tourist hinkommt, ob in Gäste-Häusern, auf Basaren oder ganz einfach in den Begegnungen auf der Straße – man erlebt die berührende Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Bewohner. Bei einem Besuch eines Touristenzentrums mit historischer Papierherstellung in Usbekistan treffe ich den 91-jährigen Usbeken Raymond. In gebrochenem Deutsch sagt er, dass er sich freue, deutsche Besucher zu empfangen. Er war von 1964 bis1967 als Soldat der sowjetischen Armee in Neustrelitz stationiert. Und dann kramt er in seinen Erinnerungen und findet die Redewendungen „pünktlich wie die Deutschen“ oder „gesagt – getan“, die er als charakteristisch für Deutsche ansieht. Er wünsche Freundschaft und noch einmal Freundschaft. Dem ist nichts hinzuzufügen.

An- und Abreise und reisen vor Ort

Rundreise durch Usbekistan und Tadshikistan Taschkent – Buchara – Khayat (Kyzylkum) – Samarkand – Penjikent – Dushanbe

Anreise und Abreise mit Turkish Airlines via Istanbul: Hinreise: 16.5.22 mit TK 1722 um 11:10 Uhr ab Berlin, Weiterflug mit TK 370 um 18:40 Uhr ab Istanbul, Ankunft 01:05 Uhr in Taschkent (17.5.22); Rückreise: 30.5.22 mit TK 255 um 05:25 Uhr ab Dushanbe, Weiterflug mit TK 1725 um 11:59 Uhr ab Istanbul, Ankunft 13:40 Uhr in Berlin.

Von Taschkent nach Buchara mit dem Hochgeschwindigkeitszug Afrosiab, um 08:30 Uhr ab Taschkent, Ankunft 12:19 Uhr in Buchara.

Ansonsten erfolgte die Reise mit einem Kleinbus.

Der Zeitunterschied zwischen Berlin und Usbekistan/ Tadshikistan beträgt 3 Stunden, die reine Flugzeit 7,5 bis 8 Stunden

Text und Fotos (sofern nicht anders gekennzeichnet): Ronald Keusch

Den Reisebericht von Ronald über Usbekistan findest Du hier.

Transparenzhinweis:

Die Reise wurde organisiert und durchgeführt von der französischen Organisation ACTED und dem usbekischen Reiseverband APTA. Finanziert wurde sie vom Projekt der europäischen Union „Silk Road CBT Initiative: Connecting Central Asian Community-Based Tourism and European Markets“ im Rahmen des Programms „Central Asia Invest V“.

Länderinfos Usbekistan

Die Republik Usbekistan ist ein Binnenstaat mit knapp 450 Tausend Quadratkilometern und rund 35 Millionen Einwohnern. Usbekistan ist eine ehemalige Sowjetrepublik, die 1991 ihre Unabhängigkeit erlangte. Hauptstadt und mit rund 2,5 Millionen Einwohnern größte Stadt ist Taschkent.

Die Flagge Usbekistans

Die wichtigsten Machtbefugnisse sind beim Präsidenten konzentriert. Seit Dezember 2004 hat Usbekistan ein parlamentarisches Zwei-Kammer-System mit Senat (100 Sitze) als Oberhaus und Mashlis (150 Sitze) als Unterhaus. 2016 gewann Shavkat Mirziyoyev die Wahlen zum Staatspräsidenten der Republik Usbekistan mit rund 89 Prozent der Stimmen. Zuvor war Mirziyoyev 13 Jahre Premierminister unter dem autoritären Amtsvorgänger und Staatsgründer Islom Karimov (25 Jahre im Amt). Mirziyoyev verfolgt einen Reformkurs im Innern und betreibt eine Öffnung seines Landes für mehr internationale und regionale Zusammenarbeit.

Quelle: CIA Factbook

Einreise für deutsche Staatsangehörige

Deutsche Staatsangehörige benötigen für einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen grundsätzlich kein Visum mehr. Die Einreise ist mit einem Reisepass oder einem vorläufigen Reisepass möglich, der mindestens noch 3 Monate zum Zeitpunkt der Einreise oder nach Ablauf des Visums noch gültig ist.

Innerhalb von 72 Stunden (usbekische Feiertage und Sonntage nicht mitgerechnet) müssen sich Ausländer beim UVViOG (Verwaltung für Ein-/Ausreise und Staatsbürgerschaft, ehemals OViR) des jeweiligen Stadtbezirks anmelden. Bei einem Hotelaufenthalt übernimmt das Hotel die Registrierung. Bei Einreise mit einem Touristenvisum kann eine Registrierung nur über Hotels erfolgen. Bei Besuchen von Familienangehörigen oder Bekannten ist der Gastgeber für die Registrierung zuständig.

Reise-Fakten

Usbeskistan grenzt als einiger Binnenstaat der Welt (mit Ausnahme von Liechstein) nur an Binnenstaaten. Grenzländer: Afghanistan 144 km; Kasachstan 2.330 km; Kirgistan 1.314 km; Tadschikistan 1.312 km; Turkmenistan 1.793 km

Telefonländervorwahl: 998

Lokales Notruftelefon: 3

Impfungen: RKI-Empfehlungen

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2022/14/Tabelle.html

Terrain: meist flach bis hügelige Sandwüste mit Dünen; breite, flache, intensiv bewässerte Flusstäler entlang des Verlaufs von Amu Darya, Syr Darya (Sirdaryo) und Zaravshan; Fergana-Tal im Osten umgeben von bergigem Tadschikistan und Kirgisistan; Schrumpfender Aralsee im Westen

Klima: Meist Wüste in mittleren Breiten, lange, heiße Sommer, milde Winter; halbtrockenes Grasland im Osten

Natürliche Ressourcen: Erdgas, Erdöl, Kohle, Gold, Uran, Silber, Kupfer, Blei und Zink, Wolfram, Molybdän

Währungscode: Usbekischer Soum (UZS)

Strom/Spannung/Steckertyp(en): 220 V / 50 Hz / Steckertyp(en): C, F

Hauptsprachen: Usbekisch, Russisch, Tadschikisch

Altersstruktur: 0-14 Jahre 23,19 % (Männer 3.631.693/Frauen 3.456.750); 15-24 Jahre 16,63 % (Männer 2.601.803/Frauen 2.481.826);
25-54 Jahre 45,68 % (Männer 6.955.260/Frauen 7.006.172); 55-63 Jahre männlich 1.245.035/weiblich 1.392.263); 65 Jahre und älter 5,87 % (2020 geschätzt) (männlich 768.769/weiblich 1.025.840)

Große Religionen: Muslime 88 % (überwiegend Sunniten), östliche Orthodoxe 9 %, andere 3 %

Rechtliche Besonderheiten: Bei einzelnen als strategisch wichtig geltenden Einrichtungen besteht Fotografierverbot. Hierzu können Verkehrsinfrastruktur (Brücken, Tunnel, Bahnanlagen), staatliche Gebäude, militärische Einrichtungen und Grenzanlagen gehören. Das Verbot ist nicht unbedingt durch Hinweisschilder kenntlich gemacht.

LGBTIQ: Homosexuelle Handlungen zwischen Männern stellen in Usbekistan einen Straftatbestand dar. Davon abgesehen sind LGBTIQ-Beziehungen in Usbekistan gesellschaftlich nicht akzeptiert. Bei der Gleichberechtigung von Frau und Mann liegt auch noch einiges im Argen, wie dieses Video auf bild.de zeigt.

Zeitunterschied: UTC+5. Die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Usbekistan beträgt während der Sommerzeit 3 Stunden und während der Winterzeit 4 Stunden.

Trinkwasser: Entscheide Dich für abgefülltes Mineralwasser

Internationaler Führerschein: Erforderlich. Es herrscht Rechtsverkehr.

Wichtige touristische Ziele: Samarkand, Shahrisabz, Taschkent, Buchara, Chiwa, Aralsee, Fergana-Tal

Hauptsport: Fußball, Ringen, Pferdesport

Das ist anders: Auf dem Markt und in den meisten Geschäften wird gefeilscht.

Trinkgeld geben? In Restaurants und Cafés ist kein Trinkgeld erforderlich, da eine Servicegebühr automatisch zur Rechnung hinzugefügt wird. Hotelmitarbeiter erwarten ein kleines Trinkgeld.

Was kommt als Andenken in Frage? Geschnitzte und bemalte Holzgegenstände, filigrane Hals- und Armketten, gravierte Metallgegenstände, Teppiche, Kolyb-Gebetsteppiche, dekorative Textilien, handgefertigte Seide und bestickte Gegenstände, Messer, Gewürze

Covid 19

Die vorübergehenden Einreisebeschränkungen nach Usbekistan im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf dem Luftweg, in Grenzbahnhöfen und an Grenzübergängen wurde zum 10. Juni 2022 aufgehoben. In diesem Zusammenhang werden die Vorschriften aufgehoben, wonach ausländische Touristen einen negativen PCR-Test auf Coronaviren, einen Antigen-Schnelltest auf Coronaviren und eine Impfbescheinigung oder einen Impfpass vorlegen müssen.

Anschrift Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Taschkent

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Postadresse
Sharof Rashidov Straße, 15 100017 Taschkent (Als Orientierungspunkt eignet sich das Erdbeben-Denkmal)

Straßenanschrift
Sharaf Rashidov Ko’chasi, 15

Telefon
+998 78 120 84 40;

Fax
+998 78 120 66 93, +998 78 120 84 50, +998 78 120 84 85

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag: über Kontaktformular oder telefonisch von 8.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 Uhr bis 17.15 Uhr, Freitag: 8.00 bis 14.00 Uhr.

Außerhalb der Öffnungszeiten ist für hilfsbedürftige Deutsche in Notlagen ein Bereitschaftsdienst eingerichtet: +998-93-1815406/07. Unter dieser Nummer können keine Auskünfte zu laufenden Verfahren (Visa, Pässe, etc.) erteilt werden. Die Rufbereitschaft gilt zentral für Usbekistan. Die Rufbereitschaft beginnt an den Arbeitstagen jeweils mit Dienstschluss um 17:15 (am Fr. um 14:00) und endet um Mitternacht 24:00 Uhr. An den arbeitsfreien Tagen beginnt die Rufbereitschaft um 08.00 Uhr und endet um Mitternacht 24:00 Uhr.

Behördensprachen im Gastland: Usbekisch und Russisch

Vertretungen Usbekistans in Deutschland

Botschaft der Republik Usbekistan

Perleberger Straße 62
10559 Berlin

Telefon: +49 30 39 40 98 0

Fax: +49 30 394 098 62

E-Mail: botschaft@uzbekistan.de

Webseite: http://uzbekistan.de/

Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 09.00 – 13.00 Uhr

Konsularischer Amtsbezirk: Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein und Thüringen

Generalkonsulat der Republik Usbekistan

Telefon: +49 900 174 50 76

Fax: +49 69 915 011 115

E-Mail: gk.usbekistan@gmail.com

Website: https://www.gk-usbekistan.de

Postadresse: Eschenheimer Anlage 1, 60316 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten: Mo., Di., Mi. und Fr. 09.00 – 13.00 Uhr, Donnerstag geschlossen

Amtsbezirk / Konsularbezirk: Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland

Wichtige Links

Infos des Auswärtigen Amts zu Usbekistan

Usbekistan maßgeschneidert bereisen mit einer lokalen Agentur (Werbung)

Deutschen Staats­ange­höri­gen wird empfohlen, sich unabhängig vom Land und der Dauer des Auslands­aufenthalts in die Krisen­vor­sorgeliste „Elefand“ des Auswärtigen Amts einzutragen.

Human Development Index: Rang 106 von 189 (Jahr 2020)

Im World Happiness Report nimmt Usbekistan Platzb 38 ein.

In dem Demokratieindex von Freedom House erhält Usbekistan 11 von möglichen 100 Punkten. Zum Vergleich: Deutschland erhält 94 von 100 Punkten.

Im Demokratieindex des The Economist wird Usbekistan wird asl autoritäres Regime eingestuft und erhält Platz 150 von 167. Zum Vergleich: Deutschland steht auf 15.

In der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen für 2022 wird Usbekistan auf Platz 133 von 180 gelistet. Damit hat sich das Land etwas verbessert, denn im vergangenen Jahr stand es an Stelle 157.

Regierungsportal der Republik Usbekistan (in englischer Sprache)

Quellen: Auswärtes Amt Reisehinweise, CIA Factbook. eigene Recherchen

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