Mit dem Tourismus geht es in Tunesien wieder aufwärts

Nach starken Rückgängen im Jahr 2011 befindet sich der Tunesien-Tourismus in diesem Jahr wieder im Aufwind. „Auf friedliche Art und Weise konnten wir in Tunesien im vergangenen Jahr innerhalb eines Monats den Lauf der Geschichte ändern“, sagte der tunesische Tourismusminister Elyes Fakhfakh auf der ITB Berlin. „Wir haben zeigen können, dass ein arabisch-muslimisches Land tatsächlich in der Lage ist, die Demokratie auf den Weg zu bringen.“

Nachdem im vergangenen Jahr aufgrund der unruhigen politischen Lage viele Gäste weggeblieben waren, signalisieren die Buchungszahlen für dieses Jahr eine Rückkehr zur Normalität. „Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr zumindest die Hälfte des verlorenen Terrains wiedergewinnen und hoffen, dass wir im nächsten Jahr wieder auf das Niveau von 2010 kommen können“, sagte Fakhfakh in Berlin. Im vergangenen Jahr war der internationale Tourismus nach Tunesien um etwa dreißig Prozent zurückgegangen, die Zahl der Besucher aus Deutschland hatte sich 2011 im Vergleich zu 2010 sogar um mehr als vierzig Prozent verringert: Statt 458.631 Einreisen aus Deutschland (wie im Jahr 2010) wurden 2011 nur 270.632 Besucher aus Deutschland gezählt.

Für dieses Jahr zeichnet sich die Trendwende bereits deutlich ab – zudem will das Land mit der im Februar gestarteten Marketingkampagne „Tunesien neu erleben“ das gesamte touristische Potenzial des Landes deutlich herausstellen. Neben dem klassischen Badetourismus sollen neue Marktsegmente angesprochen werden, insbesondere der Kultur-, Wellness- und Aktivurlaub. „Wir versuchen, zu diversifizieren“, erläuterte Fakhfakh in Berlin. Das kulturelle Erbe aus punischer, römischer und byzantinischer Zeit soll dabei ebenso eine Rolle spielen wie Wellness- und Thalassoangebote. Ein Ziel ist zudem, neben den Standorten auch das touristische Potential des Binnenlandes zu erschließen. Auch sollen Besucher stärker ins Alltagsleben integriert werden und Alternativen zu Bettenburgen an der Küste finden können – zum Beispiel, indem alte Stadtpaläste verstärkt in Touristenunterkünfte umgewandelt werden.

Tourismusminister Elyes Fakfahkh stellte auf der ITB Berlin nicht nur Neuigkeiten vor, sondern betonte auch die traditionellen touristischen Stärken des Landes, insbesondere die gut ausgebaute Infrastruktur und die traditionelle Gastfreundschaft. Tunesien sei zudem ein sehr sicheres Reiseland. „Die Sicherheit ist bereits seit dem vergangenen Sommer wieder an dem Punkt angelangt wie vor der Revolution“, berichtete Fakhfakh.

Rainer Heubeck