Der Tag des Schlafes rückt in greifbare Nähe

Es gibt viele Tage in Jahr, meist 365 Tage, gelegentlich, wenn Schaltjahr ist, sogar 366 Tage. Einige haben eine größere private Bedeutung für uns wie Geburtstage unserer Lieben, die Feiertage Weihnachten, Neujahr oder Ostern. Es gibt aber auch jene von höherer politischer Bedeutung – beispielsweise der Tag der Arbeit, der Kindertag oder der Tag der Wiedervereinigung. Eigentlich ist fast jeder Tag  für irgendein Thema oder Zweck reserviert, den 1. Oktober trifft es besonders hart. Er ist zugleich “Internationaler Tag der älteren Menschen”, “Welttag des Wohn- und Siedlungswesen”, “Weltmusiktag”, “Weltvegetariertag” und “Beginn der internationalen Weltraumwoche”. (Wir schweifen vom Thema ab, kommen wir wieder zum Reisen zurück.)

Es gibt aber auch den “Tag des Schlafes” am 21. Juni. Er wurde vom Verein Tag des Schlafes e. V. initiiert, “um stärker für das Problem Schlafstörungen und ihre möglichen Folgen zu sensibiliseren und über wirksame Therapiemaßnahmen zu informieren” (Quelle http://www.bundestag.de/dokumente/analysen/2007/Alljaehrlich_wiederkehrende_Gedenk-_und_Aktionstage_2007.pdf – hier findet der geneigte Leser übrigens “Alljährlich wiederkehrende Gedenk- und Aktionstage” aufgelistet.) Um den Verein ist es seit 2004 ruhig geworden, der “Tag des Schlafes” lebt aber weiter und verhilft Medien übers Sommerloch und den Marketingabteilungen zu neuen Ideen.

KPRN network – eine Agentur, die eine Vielzahl Destinationen und Reiseanbieter vertritt – hat sich dem Thema angenommen und festgestellt, das Ruhe ( = Schlaf) und Abenteur zusammenpassen wie die Faust aufs Auge (natürlich lediglich sprichwörtlich gesehen). Dem täglich langweiligen Schlaf im heimischen Bett stellt das KPRN-Team die abenteuerliche Note der weltweit schönsten und aufregendsten Plätze für das wohlverdiente Nickerchen gegenüber. (Liebe Leserinnen und Leser, wir wissen, das klingt stark nach Übertreibung, aber wir lassen das mal so stehen, was die Agenturkollegen da in ihrer Begeisterung geschrieben haben. IP)

Sterne zählen in Namibia

Sterne beobachten lässt es sich beinah nirgendwo so schön wie in Namibia, gehört das Land im südlichen Afrika für passionierte Himmelskundler doch zu den Top Drei Destinationen der Welt. So gut wie keine Licht- und Luftverschmutzung, weite Ebenen und ein wolkenloser Nachthimmel ergeben erstklassige Bedingungen für einen ungetrübten Blick in den Kosmos. Im Doro Nawas Camp von Wilderness Adventures geht das besonders gut, denn hier können die Sterne nachts sogar vom Bett aus gezählt werden. Während des Abendessens richten Helfer bereits alles für das Schlaferlebnis unter freiem Himmel auf der eigenen Terrasse her. Gut gestärkt heißt es dann nur noch hinlegen und entspannen. Die einzige Herausforderung besteht darin, möglichst lang die Augen aufzuhalten, um den atemberaubenden Sternenhimmel der Südhalbkugel zu genießen. Die Milchstraße ist hier mit bloßem Auge zu erkennen, und so ist der atemberaubende Blick in einen vor lauter Sternen nur so funkelnden Nachthimmel ein unvergessliches Erlebnis. Eine Nacht inklusive Halbpension ist ab 157 Euro buchbar.

Schlafen wie die Indianer. Foto: www.emberapanama.com
Schlafen wie die Indianer. Foto: www.emberapanama.com

Von Träumen und Traumfängern: Schlafen wie die Indianer

In Panama gibt es sieben indigene Bevölkerungsgruppen, darunter auch das Volk der Emberá Quera, dessen Wurzeln an der Karibikküste des heutigen Kolumbiens liegen. Die Emberá leben in kleinen Dörfern am Rio Chagres, dem größten Wasserlieferant des Panamakanals. Aus Panama Stadt können sich Abenteurer mit so genannten Langbaumbooten über den Fluss, der sich seinen Weg durch dichtes Regenwaldgebiet bahnt, ins Dorf bringen lassen. Dort kann man einen faszinierenden Einblick in das Leben der Emberá gewinnen, mit ihnen Fisch und Kochbananen zubereiten und eine Nacht in den mit Palmenblättern bedeckten Hütten verbringen. Ein Tagesausflug mit einem Langbaumboot zu den Emberá Quera inklusive Tagesverpflegung, Abendessen, Frühstück und Übernachtung kostet umgerechnet etwa 72 Euro pro Person.

Ein Nickerchen am tiefsten Punkt der Erde

Mit die besten Schlafbedingungen der Welt findet man am Toten Meer in Jordanien. Es ist der tiefstgelegene Binnensee der Welt, mehr als 400 Meter unterhalb des Meeresspiegels. Das Klima ist hervorragend zum Schlafen, denn es herrscht der höchste atmosphärische Druck der Erde vor, kombiniert mit einem sehr hohen Sauerstoffgehalt sowie extrem reiner und atemfreundlich trockener Luft. Zudem ist die Gegend aufgrund der absoluten Pollenfreiheit ideal für Allergiker. Ruhesuchende können sich am Toten Meer richtig gesund schlafen und die Wellnessangebote der luxuriösen Hotels in Anspruch nehmen. Wer nicht nur die gesunde Luft atmen, sondern die Wirkstoffe des Gewässers mit der außergewöhnlich hohen Salzkonzentration fühlen möchte, kann schwerelos an der Wasseroberfläche schweben und ein Nickerchen halten. In Kombination mit dem mineralhaltigen schwarzen Schlamm der Küste ist ein „schwebendes“ Bad besonders gesundheitsfördernd für Haut, Durchblutung und Stoffwechsel. Ein Doppelzimmer ist ab 80 Euro pro Nacht und Person (je nach Jahreszeit) buchbar.

Unter dem Meeresspiegel schläft es sich besonders gut. Foto: Visit Jordan
Unter dem Meeresspiegel schläft es sich besonders gut. Foto: Visit Jordan

Einkuscheln nach Strick und Faden

Wenn Stricken mehr als nur ein bloßes Hobby, also leidenschaftliche Berufung ist, dann kann sogar ein komplettes Hotelzimmer ganz aus Strick daraus entstehen. Und genau ein solches Zimmer – „The Knitted Room“ – gibt es seit vergangenem Jahr im Pelirocco Hotel (http://www.hotelpelirocco.co.uk) in Brighton, England. Bettwäsche, Vorhänge, sogar Telefon, Zahnpasta-Tube, Teekanne oder gar die Vorschau auf das morgendliche Frühstücksangebot sind hier aus kunterbuntem Wollgarn gestrickt. Wohin man auch schaut, fällt der Blick auf die liebevoll gestrickten Alltagsgegenstände von Designerin Kate Jenkins. Vier Wochen am Stück strickte sie und verwendete dabei fünf Kilogramm Strickgarn für das gesamte Zimmerdesign. Im „Knitted Room“ kann sich jeder Gast auf eine außergewöhnliche Nacht freuen, denn dieses Hotelzimmer ist weltweit einzigartig.  Ab Ende Oktober ist das Zimmer unter der Woche für umgerechnet 63 Euro und am Wochenende für ca. 80 Euro buchbar.

Nicht jedermanns Geschmack - Gestricktes. Foto: Pelirocco Hotel
Nicht jedermanns Geschmack – Gestricktes. Foto: Pelirocco Hotel

Zeitreisen – drei Nächte im Zeichen der 20er

Roter Teppich, anheimelnde Pianoklänge und prickelnder Champagner – willkommen im historischen Orient-Express! Erstmals seit 80 Jahren startet der Venice Simplon-Orient Express in diesem Jahr aus Berlin und Hamburg, führt über die Alpen, durch Innsbruck und Verona bis nach Venedig. Eine Nacht im berühmtesten Nostalgiezug der Welt lässt Reisende den Glamour und den Lebensstil der 20er Jahre nachempfinden, verbunden mit dem Komfort des 21. Jahrhunderts. Zahlreiche Schriftsteller hat der legendäre Luxuszug inspiriert, und viele namhafte Künstler haben in den exklusiven Kabinen des Hotelzuges genächtigt. Im Orient Express können die Gäste im Glanz der 20er Jahre ruhen und speisen und sich auf Zeitreisen begeben. Eine dreitägige Variante vom 2. bis 4. Juni 2012 gibt es ab 3.280 Euro pro Person. Im Reisepreis enthalten sind u.a. zwei Hotel-Übernachtungen – in Venedig und im Hotel Adlon (bei Abreise ab Berlin) bzw. im Hotel Vier Jahreszeiten (bei Abreise ab Hamburg), dazu Transfers und Flüge sowie ein Privat-Guide für umfassende individuelle Besichtigungen in Venedig. www.lernidee.de

Reisen im legendären Luxuszug. Foto: www.lernidee.de
Reisen im legendären Luxuszug. Foto: www.lernidee.de

Königliche Träume

Im Schlosshotel Kronberg ist hessische Geschichte lebendig. 1893 wurde das heutige Hotel als Schloss Friedrichshof im Stil englischer Tudor-Architektur nach dem Gusto der Victoria Kaiserin Friedrich eingerichtet. Beim Blick aus den Fenstern der Suiten schweift der Blick über die weitläufige Parklandschaft in Kronberg im Taunus. In den Salons lässt es sich bei der Betrachtung und Bewunderung der zahlreichen Gemälde und Kunstwerke der Kaiserin trefflich in längst vergangenen Zeiten schwelgen. Bei prasselndem Kaminfeuer träumen sich die Schlafenden auf den vergoldeten Himmelbetten in die Zeit der Feldzüge, königlichen Banketts und prunkvollen Bälle. So betten sich nur Prinzen und Prinzessinnen. Eine Übernachtung im Deluxe-Zimmer des Schlosshotel Kronberg gibt es bereits ab 215 Euro pro Person.

Königlich schlafen und träumen. Foto: Schlosshotel Kronberg
Königlich schlafen und träumen. Foto: Schlosshotel Kronberg

Schlafen über dem Indischen Ozean

Für alle diejenigen, die das Meer und das Rauschen der Wellen lieben, aber niemals eine Nacht auf einem schaukelnden Schiff aushalten würden, gibt es die Wasser-Villen des Fünf-Sterne Luxus Resorts Baros Maldives im Nord-Malé-Atoll. Die Villen schweben in landestypischer Bauweise auf Stelzen über dem türkisfarbenen Ozean und gestatten von ihren großzügigen Sonnendecks aus atemberaubende Ausblicke auf Himmel und Meer. Als Insider-Tipp empfehlen wir die Wasser-Villen 312 bis 316, die sich am weitesten in die Lagune strecken und dem Gast somit das Gefühl geben, weit draußen auf dem Indischen Ozean zu treiben. Im großen Daybed auf dem Deck kann man es sich abends unter freiem Himmel gemütlich machen: Gleichsam schwebend über dem Indischen Ozean, mit nichts als dem Sternenhimmel und Meeresrauschen um sich herum, lässt es sich vorzüglich schlafen und träumen. So ausgeruht, fällt es leicht, den Tag mit einer Yoga-Stunde auf der Sandbank inmitten des Ozeans zu beginnen. Später darf man sich natürlich wieder hinlegen – am Tag des Schlafes. Oder gleich liegen bleiben. Eine Wasser-Villa für zwei Personen kann man bereits ab 345,91 Euro zzgl. Steuern und Gebühren pro Nacht und Unterkunft nach Verfügbarkeit buchen.

Wasser-Villen des Fünf-Sterne Luxus Resorts Baros Maldives im Nord-Malé-Atoll. Foto: Baros
Wasser-Villen des Fünf-Sterne Luxus Resorts Baros Maldives im Nord-Malé-Atoll. Foto: Baros

Endloser Sternenhimmel des australischen Outbacks

Tief hinein in das Rote Herz des Northern Territory geht es mit „Wayoutback Desert Safaris“. Der Eco-Veranstalter hat sich auf authentische Abenteuertouren abseits touristischer Pfade spezialisiert. Im Geländewagen führt der Weg in Kleingruppen zum Beispiel zum Uluru/Ayers Rock, den Kata Tjuta/The Olgas und dem Watarrka/Kings Canyon. Nach einer erlebnisreichen Tagestour und gemeinsamem Abendessen am Lagerfeuer werden die australischen Buschbetten ausgerollt. Ein „Swag“ ist eine Art Schlafsack aus leichtem Segeltuchmaterial und gleicht einem Kokon, in dem es sich bequem schlummern lässt. Wer nicht sofort vom Schlaf übermannt wird, sollte unbedingt noch einen Blick in den Himmel werfen, denn hier funkeln nachts rings um die hell erleuchtete Milchstraße Tausende Sterne. Eine dreitägige 4WD-Safari-Tour zum Uluru/Ayers Rock, den Kata Tjuta/The Olgas und dem Watarrka/Kings Canyon ist in der Hochsaison (März – November) für umgerechnet 542 Euro/Erwachsener online buchbar. www.australiasoutback.com

Nicht mein Fall, aber für Hardcore-Outback-Fans - Schlafen im Swag. Foto: Wayoutback Desert Safaris
Nicht mein Fall, aber für Hardcore-Outback-Fans – Schlafen im Swag. Foto: Wayoutback Desert Safaris

Titelfoto / Sterne zählen in Namibia. / Foto: Doro Nawas Camp

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