Über den Gipfeln auf 2300 Meter Höhe. Foto: Ronald Keusch

Das Ski-Gebiet Rosa Khutor im Westkaukasus hofft auf Winter-Urlauber aus Europa

In die Alpen reisen zum Ski laufen kann jeder. Aber eine gut präparierte Abfahrt per Ski oder Snowboard von den Hängen des Kaukasus herunter jagen aus einer Höhe von 2300 Metern – dazu muss der Winterurlauber schon ins subtropische Sotschi nach Russland kommen. In dieser Winter-Saison organisierte im Februar Condor Airlines erstmalig Direktflüge aus Berlin-Schönefeld nach Sotschi, um in die Olympia-Region der Winterspiele des Jahres 2014 zu gelangen.

 

Olympia – Weckruf für Tourismus

Die Olympia-Region Krasnaja Poljana der Winterspiele in Russland hat sich nach drei Jahren zu einem gut besuchten Urlaubsziel entwickelt. Krasnaja Poljana, das rote Tal, hat seinen Namen erhalten dank des üppigen Grüns seiner Waldgebiete, die sich im Herbst rot färben. Es liegt im Westen des Kaukasus ganz prominent zu Füßen der Hochgebirgswelt. In der Sowjetzeit avancierte die subtropische Schwarzmeerküste rund um den Badeort Sotschi zum beliebten Urlaubsort und auch im 40 Kilometer entfernten roten Tal entstanden einige Hotels.


Der große Weckruf für den Tourismus erfolgte erst mit der Entscheidung im Juli 2007, hier in der Region die Olympischen Winterspiele auszurichten.

 

 

Wunder im Westkaukasus

“Vor neun Jahren hat es in unserem kleinen Kurort Rosa Khutor nur einige kleine Hotels, einen Sesselaufzug in die Berge und eine sehr schmale Bergstraße an die Küste nach Sotschi und zum Flughafen gegeben“, erinnert sich der Regional-Direktor von Rosa Khutor Alexander Belokobylskiy. In Sotschi herrscht subtropisches Klima, es liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Nizza. Nur wenige glaubten daran, hier in der Nähe vom Schwarzem Meer mit kurzen, milden Wintern Olympischen Wintersport zu betreiben.

Aber das Wunder fand statt, weil die Ausläufer des Kaukasus bis zu 2300 Meter hoch in Skigebiete führten und somit für recht stabile Schneeverhältnisse sorgten. Die Veranstalter hatten außerdem Schneekanonen in Stellung gebracht, die zwar zu Olympia nicht zum Einsatz kamen, aber auch heute den Wintersport absichern. Es wurden viele Milliarden Euro in neue Hotels und moderne Seilbahnen, in Eissporthallen und vierspurige Straßen investiert, die von Sotschi in die Berge führen.

 

Kleiner Kurort mausert sich

Nun sind die Olympioniken abgereist und die Winterurlauber sind gekommen. „Heute stehen unseren Urlaubern insgesamt 16 Hotels mit 3000 Betten zur Verfügung“, listet Direktor Belokobylskiy stolz auf. “Und in der diesjährigen Wintersaison im Februar sind etwa 9000 Ski-Läufer bei uns“, ergänzt er, „viele kommen auch aus kleinen Hotels, Pensionen und Privatquartieren der nahen Umgebung und auch von Sotschi.“ Rosa Khutor avancierte mit 77 Kilometern Skipiste zum größten Skigebiet Russlands.

Die Ziele der Touristiker von Rosa Khutor für die nächsten Jahre sind sehr ambitioniert. Allein in der Winter-Saison will man die Zahl der Besucher verdoppeln und mit weiteren neu gebauten Hotels auch Urlauber aus Europa und speziell aus Deutschland anlocken. Denn bisher haben kaum internationale Gäste hierher gefunden. Das soll sich nun ändern.

 

Auf Olympischen Pisten. Foto: Ronald Keusch

 

Überall internationale Handschriften

Unbestritten ist die Attraktivität der eindrucksvollen Landschaft am Fuß des Kaukasus für den Winterurlaub. Das international renommierte Unternehmen Doppelmayr aus dem Vorarlberg baute drei neue Ski-Lifte mit modernen Gondeln, kanadische Experten aus der vormaligen Olympia-Wintersportstadt Vancouver legten bei der Konzeption der Sportanlagen mit Hand an. Bei den Quartieren ist die Handschrift der internationalen Hotelketten unverkennbar. Ein Erbe der Olympischen Spiele sind neue Bäder und Massageräume sowie modernisierte medizinische Einrichtungen, um die Heilquellen zu nutzen.

 

Viel Lob für Schnee-Qualität

Eine Hauptrolle spielt hier im Kaukasus der Schnee. Hier im Westkaukasus ist der Schnee ganz weiß und bietet für die Skifahrer eine sehr gute Qualität. Besonders die Wintersportler aus den Alpenländern finden dafür lobende Worte, wie die Touristik-Verantwortlichen stolz vermelden. Nicht nur auf den Plateaus der Berge und auf den Abfahrtstrecken, sondern auch auf 600 Meter Höhe im Tal leuchtet der Schnee. Moderne Heizungen der Hotellandschaft, viele Parkhäuser und nur wenig zirkulierender Durchgangsverkehr tun ein Übriges.

 

Rundherum Naturschutzgebiet

Zu den Pluspunkten von Rosa Khutor zählt zweifellos, dass das Urlauber-Tal inmitten eines mehrere tausend Quadratkilometer großen Naturschutzgebietes eingebettet ist. Schon nach wenigen hundert Metern abseits der Hotels beginnen Gesundheitswege. In diesem Gebiet ist auch noch eine intakte Tierwelt zu Hause. Hier im Westkaukasus wurden in den letzten Jahrzehnten vom Aussterben bedrohte Wisentherden mit tausenden Tieren wieder angesiedelt. Ein kleiner Tierpark widmet sich verletzten Wildtieren. In den Gehegen können die Besucher kaukasische Schakale und Gemsen, Wildschweine, Rehe und Steinböcke sehen.

 

Olympischer Park. Foto: Ronald Keusch

 

Skypark mit Bungee-Jumping

Auch für das überwiegend jüngere Urlauber-Publikum hält die Region Krasnaja Poljana ein Angebot bereit. In der zerklüfteten Bergwelt des Kaukasus hat sich im Olympia-Jahr 2014 ein internationaler Skypark mit einer Bungee-Jumping Anlage angesiedelt. Die imposante Konstruktion von der Weltfirma Hacket aus Neuseeland, der Heimat des Bungee-Springens, hat einige Superlative zu bieten. Über der Ahshtyrskaya-Schlucht verläuft die mit 439 Metern längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt.

Hier kann man über den Fluss Msymta mit 207 Metern den weltweit höchsten Sprung absolvieren. Es werden auch moderate Sprünge am Bungee-Seil angeboten, „nur 69 Meter tief“ oder der „Mega Troll“, bei dem man am Seil 700 Meter über den Fluss schwingt. „Der Sprung ist absolut sicher“, erklärt der Armenier Sam Dautyan vom Team des Sky-Park. „Jeder kann ihn wagen und man macht eine der unvergesslichsten Erfahrungen seines Lebens.“

 

Skypark mit Bungee Jumping. Foto: Ronald Keusch

 

Liköre aus Bergkräutern

Eine weitere positive Entdeckung in Rosa Khutor besteht darin, dass seine Besucher den Kaukasus auch ganz authentisch schmecken können. Speziell für die Spirituosen aus dem Kaukasus haben sich die Produzenten etwas besonderes einfallen lassen – sie richteten mitten im Einkaufszentrum nahe der Hotels neben einem Cafe die Probierstube „Balzamsochi“ ein. Hier können die Gäste Rotweine der Rebsorte Cabernet aus kaukasischen Anbaugebieten kosten.

Doch die Spezialität sind Schnäpse und Liköre, die Bergkräuter aus der Region enthalten. „An erster Stelle“, so erklärt die freundliche Verkäuferin Anastasia,“steht der Likör Balzam.“ Er sei extra in eine Tonflasche abgefüllt, um ihn vor Sonnenstrahlen zu schützen. „Dieser Balzam enthält 38 verschiedene Bergkräuter, deren heilende und wohlschmeckende Wirkung ohne diesen Lichtschutz verloren geht“, so Anastasia weiter. Die Aufzählung der einzelnen Extrakte von Engelwurz, Anis und Zimtrinde, von Mandeln, Muskat und Thymian ist schon imponierend.

Doch bei der Verkostung ist für europäische Geschmacksknospen ist beispielsweise der Likör, der aus einheimischer Kiwi gewonnen wird, oder ein Weinbrand mit Nussgeschmack eher zu empfehlen.

 

Kurort Rosa Khutor. Foto: Ronald Keusch

 

Große sprachliche Hürden

So spannend für Urlauber aus Deutschland und anderen europäischen Ländern diese landschaftlich atemberaubende Destination im Winter wie Sommer sein kann, müssen die Gastgeber für internationales Publikum noch einige Hausarbeiten machen. Dazu zählt ganz sicherlich, dass für die meisten Gäste aus Europa die russische Sprache mit ihrer kyrillische Schrift eine große Hürde darstellt. Wegweiser und Informationshinweise jeglicher Art und selbst Speisekarten in großen Hotels gibt es nur in russischer Sprache, in englisch existieren sie faktisch nicht. Auch mit dem Service-Personal in dem Wintersportort kann sich der Urlauber nicht in englisch verständigen. Hier tut schnelle Abhilfe Not, um vor internationalem Publikum zu bestehen.

 

Direktflüge nach Sotschi wieder geplant

Der Regional-Direktor von Rosa Khutor Alexander Belokobylskiy informierte die Journalisten-Gruppe aus Deutschland, dass zur nächsten Wintersaison 2017/18 wieder ein Direktflug mit der Condor Airlines ab Berlin-Schönefeld geplant ist. Die Angebote sollen dann bereits den Zeitraum von November 2017 bis März 2018 umfassen. Die Reisenden aus Deutschland können sich dann vom Reiseveranstalter Pakete zusammen stellen lassen, die neben dem Direktflug auch die Unterkunft in Hotels einschließen.

In Planung für 2018 ist sogar, Flüge und Hotelplätze in der Sommersaison anzubieten. In den Sommermonaten hat Rosa Khutor für seine Urlauber eigens einen reservierten Strandabschnitt, zu dem zur Bade-Saison ein Strand-Shuttle eingesetzt wird. Wieder mit an Bord sind das Berliner Reise-Unternehmen „Pul Express“ sowie der Hamburger Reiseveranstalter für Osteuropa und Asien „Go East“.

www.pulexpress.de

www.go-east.de

 

Ein großer Schritt nach vorn bedeutet für die Ferien-Region Rosa Khutor, dass sie mit ihren Reiseangeboten im Winter wie im Sommer in diesem Jahr auf der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin vertreten sein wird (Halle 3.1. Stand 609).

Sotschi, der wärmste Platz in Russland, mit seinem subtropischen Klima auf dem Breitengrad von Nizza liegend und die schneeweißen Ski-Abfahrtshänge in Rosa Khutor werden auf der weltweit größten Urlaubsmesse in Berlin zweifellos eine gute Figur abgeben.

www.rosaski.com

Ronald Keusch

 

Titelfoto / Über den Gipfeln auf 2300 Meter Höhe. / Foto: Ronald Keusch

 

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