Auch in der kalten Jahreszeit ist der Besuch in Disneyland Paris ein Spaß für die ganze Familie

Planung ist die halbe Miete

Paris –  Dario bekommt einfach nicht genug. Wir sind ganz vorne in dem Boot, als es den Wasserfall hinabstürzt – begleitet von seinem lauten Jubelgeschrei. Aber keine Bange, wir sind nicht mit unserem achtjährigen Sohn und seiner elfjährigen Cousine Linda auf einer spektakulären Tour durch den Amazonas. Nein, wir sind in Disneyland Paris, das auch in der kalten Jahreszeit ein Spaß für die ganze Familie ist. Vieles ist überdacht, und die Temperaturen sind erträglich. Auch im Winter gibt es Abenteuer satt und Action pur.

Wie bei der unterirdischen Bootstour mit den „Pirates of the Caribbean“, die sich zu unserem Favoriten entwickelt hat. Ist auch nicht weiter erstaunlich: Immerhin hat dieses aufregende Wasserspektakel Jerry Bruckheimer zu seinem Blockbuster „Fluch der Karibik“ inspiriert. Bis wir in unser Wassergefährt steigen können, durchlaufen wir die Gänge einer Festung wie sie uns aus Freibeuter- und Piratenfilmen bestens vertraut sind. Dann heißt es Leinen los. Über einen Wasserkanal gleiten wir vorbei an versteckten Piratennestern, Seeschlachten – begleitet von donnernden Kanonenschlägen und brennenden Dreimastern – und Schatzinseln, wo Skelette über Gold, Edelsteine und Geschmeide wachen. Zwischendurch rauscht das Boot einen kleineren und einen größeren Wasserfall hinab, so dass man aufpassen muss, nicht allzu nass zu werden. Als wir wieder ankommen, haben wir Glück. Die Schlange ist nicht lang. Wir dürfen in unserem Boot sitzen bleiben und die Tour nochmal machen. „Das ist das Beste. Das ist echt cool“, resümiert anschließend mein Sohn. Und er hat wirklich den Vergleich. Denn dank unserer geschickten Planung gelingt es uns, unseren Besuch in Disneyland  und damit das Nutzen der vielen Attraktionen in den beiden Parks – Disneyland Park und Walt Disneys Studios Park – sehr effizient zu gestalten.

Foto: Disneyland Paris
Foto: Disneyland Paris

Bessere Planung dank App

Als unerlässliches Hilfsmittel erweist sich an unseren beiden Tagen die App für unser Smartphone, mit der wir immer aktuell wissen, wie lange die Anstehzeiten an den jeweiligen Fahrgeschäften sind oder wann welche Vorstellung ist. (Die kostenlose App von Disneyland Paris kann in den jeweiligen App-Stores heruntergeladen werden.) Wir hetzen somit nicht durch die riesige Anlage in der Hoffnung, dass wir einfach Glück mit dem Anstehen haben. Nein, wir planen sinnvoll unsere Tour. Damit sparen wir uns viel Kraft und Energie – denn die Wege können sehr lang sein und die Beine dabei sehr schwer. Auch umgehen wir so, dass die Kinder enttäuscht sind: Statt lange anzustehen und sich dabei zu langweilen (trotz des griffbereiten Nintendo und Smartphones zum Zwischendurchspielen), können sie vergleichsweise rasch etwas Neues erleben. Mit Hilfe der App haben wir erfahren, dass bei „Pirates of the Caribbean“ an diesem Morgen noch nicht viel los ist. Auch bei „Casey Junior“ – eine Fahrt an Bord von Dumbos Zug – ist die Wartezeit mit gut 15 Minuten vergleichsweise überschaubar. Auch in das Labyrinth von Alice im Wunderland haben sich noch allzu viele verirrt. Und eine wirbelnde  Tour in Teetassen ist auch noch drin.

Diese Prinzessin schaut nicht freundlich drein. Foto: Sonja Thelen
Diese Prinzessin schaut nicht freundlich drein. Foto: Sonja Thelen

Zudem setzen wir recht geschickt die Möglichkeit des „Fast Pass“ (FP) ein: Bei ausgewählten und sehr beliebten Attraktionen haben wir damit einen schnelleren Zugang und können so die Wartezeit sehr deutlich verkürzen. Dafür muss man sich an der Attraktion an einem Automaten ein Ticket ziehen. Auf diesem ist zum einen das Zeitfenster notiert, in dem man nach Vorlage des Tickets an einem separaten Eingang bevorzugt Einlass bekommt. Zum zweiten ist auf dem Ticket gedruckt,  ab welcher Uhrzeit man sich noch ein weiteres Fast-Pass-Ticket ziehen darf. Auf die Art und Weise gelingt es uns, statt 80 Minuten schon nach einer zehnminütigen Anstehzeit den zauberhaften Flug mit Peter Pan über die Dächer von London, vorbei an Big Ben und Tower Bridge nach Nimmerland anzutreten. „Das war wunderschön“, meint Linda nach diesem märchenhaften Erlebnis ganz verklärt.

Die perfekte Planung fängt daheim an

Die wohlüberlegte Planung begann aber schon daheim in Frankfurt. Zunächst überprüften wir im Internet, welche Fahrgeschäfte wegen der Körpergröße von Dario nicht in Frage kamen und welche mein holder Gatte Uwe bereitwillig mit der deutlich risikobereiteren Linda absolvieren würde. Dann reservierte ich noch von daheim aus für unseren Ankunftstag abends einen Tisch im Buffet-Restaurant „Inventions“ im Disneyland-Hotel, in dem die Disney-Charaktere täglich gern gesehene Gäste sind.  Denn den besonderen Reiz von Disneyland machen vor allem die zauberhaften Begegnungen mit den Disney-Lieblingsfiguren aus. Das Essen im Inventions ist wahrlich nicht günstig – aber wir kommen voll unsere Kosten. Darios Augen leuchten als er seinen Held Donald erblickt: Ausgestattet mit seinem Autogrammbuch stürzt er auf ihn zu. Donald macht mit Dario ein paar Späße, und die Mama macht ganz glückselig Erinnerungsfotos von den beiden Spaßvögeln. Aber natürlich kommen auch Mickey, Minnie, A & B Hörnchen, Pluto und Goofy an unserem Tisch vorbei. Linda ist zwar noch etwas zaghaft, taut aber immer mehr auf und freut sich, ihre Lieblinge aus Zeichentrickfilmen leibhaftig zu sehen. Die Kinder sind glücklich und bestens eingestimmt auf die vor uns liegenden zwei Tage in dieser wundervollen Phantasiewelt.

Foto: Disneyland Paris
Foto: Disneyland Paris

Ein weiterer Vorteil für uns ist zudem, dass wir im Disney Village in einem der angeschlossenen Hotels, der Sequoia Lodge, ein Familienzimmer haben. Die Gäste der Disney-Hotels dürfen nämlich am nächsten Morgen schon zwei Stunden vor der offiziellen Öffnung bereits in den Disneyland Park, einige ausgewählte und vorab geöffnete Attraktionen nutzen. Wir sind zwar nicht so früh die Beinen, aber doch zeitig genug, um uns in eine recht kurze Schlange für das turbulente Star-Wars-Abenteuer „Star Tours“ anzustellen und uns die Fast-Pass-Tickets für einen späteren Zeitpunkt für den Buzz Lightyear Laser Blast zu ziehen.

Nach vielen aufregenden aber auch anstrengenden Stunden im Park, beschließen wir, am Nachmittag im Hotel ein Päuschen einzulegen und am frühen Abend nochmal zurückzukehren. Zumal der Park bis 22 Uhr geöffnet hat und dann die allabendliche, magische Show am Dornröschenschloss gezeigt wird. Auch haben wir uns noch ein zweites Mal uns FP-Tickets für Buzz Lightyear gezogen, die wir dann einlösen können. Die Pause erweist sich als kluger Schachzug: Denn nachmittags ist der Andrang im Park nochmal höher, viele Tagesgäste verlassen ihn aber nach der Parade, die um 17 Uhr startet. Als wir gegen 18.30 Uhr wieder im Park sind, ist schon etwas weniger los. Wir können uns wohlige Horrorschauer im „Phantom Manor“ über den Rücken rieseln lassen – schon nach zehn Minuten betreten wir dieses gruselige Gebäude und geistern in Gondeln durch das Anwesen. Auch bei den Pirates of the Caribbean haben wir erneut unseren Spaß und können noch mit Dumbo, den Elefanten, durch die Lüfte fliegen. Dann genießen wir die wundervolle Inszenierung magischer Momente zum Abschluss dieses Tages und lassen uns verzaubern.

Aladin mit der Wunderlampe darf in Disneyland Paris natürlich nicht fehlen. Foto: Disneyland Paris
Aladin mit der Wunderlampe darf in Disneyland Paris natürlich nicht fehlen. Foto: Disneyland Paris

Blicke hinter die Kulissen werfen

An unserem zweiten Tag steht der deutlich überschaubarere Walt Disney Studios Park auf dem Programm. Vor allem werfen wir an diesem Tag viele Blicke hinter die Kulissen. Das Glück bleibt uns treu: Wenige Minuten nach unserer Ankunft fängt schon im Saal „Art of Disney Animation“ eine Vorführung an, in der die Zuschauer anschaulich erfahren, wie ein Zeichenfilm entsteht. Das erworbene Wissen können wir anschließend gleich anwenden. An mehreren interaktiven Stationen können wir Disneyfiguren neue Farben verpassen, selbst die Texte aufsagen oder die Geräusche erstellen. Mein Mann Uwe und Linda entschwinden anschließend in den „Twilight Zone – Tower of Terror“: Dank  ihres Fast-Passes betreten sie diese vierte Dimension schon nach wenigen Minuten und erleben, wie es sich anfühlt, mit dem Aufzug ins Bodenlose zu stürzen. Dario und ich entschwinden derweil auf fliegenden Teppichen in die Welt von Aladdin und 1000… und eine Nacht.

Zusammen besuchen wir dann noch die verzaubernde Schwarzlicht-Show „Animagique“, die Donald und viele weitere Disney-Klassiker in Szene setzt. Überraschend turbulent ist schließlich noch unser Trip mit der Studio Tram: Wir geraten mitten hinein in die Dreharbeiten zu einem Katastrophenfilm. Wassermassen prasseln auf unseren Bus und lodernde Flammen heizen uns mächtig ein. Zum Abschluss unseres zweitägigen und rundum gelungenen Besuchs in Disneyland Paris, der uns unvergessliche Momente und bleibende Erinnerungen beschert hat, kehren wir in das „Restaurant des Stars“ ein und lassen uns kulinarisch von Chefkoch Rémy aus Ratatouille verwöhnen.

Sonja Thelen

Titelfoto / Auch im Winter gibt es in Disneyland Paris genug zu erleben. / Foto: Disneyland Paris
Was Sie sonst noch im Disneyland Paris erleben können, finden Sie in unserem Special.

 

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